Anna Grillmaier

Anna ist 27, hat nach ihrer Ausbildung noch 4 Jahre als Krankenschwester in Augsburg gearbeitet und studiert nun seit letztem Oktober Medizin hier in München. 

Früher war Anna vorwiegend in den Allgäuer Alpen unterwegs, jetzt wohnort-bedingt mehr in den Bayerischen.

Gerne ist sie spontan und allein in den Bergen, genießt Gesellschaft aber auch sehr: Entweder mit Eltern und Bruder, nach und nach kommen Freunde dazu, die sie mit ihrer Bergbegeisterung anstecken konnte.

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Anna ist als Backpackerin gerne auf Reisen unterwegs, z.B.  in Brasilien, Ghana, Thailand... Mittlerweile spielt "die Bergsucht" auch bei der Reiseziel-Wahl die Hauptrolle → letztes Jahr 1 Monat Peru (mit Trekking in der Cordillera Huayhuash, kommenden August Kanada (Trekking in den Nationalparks in British Columbia und Alberta) 

Anna liebt es, ihre Eindrücke auf Instagram zu teilen.. daher unbedingt folgen 😉

Du wohnst ganz frisch in München. In welchem Stadtteil fühlst du dich zuhause und warum?

Ich bin erst vor einem guten halben Jahr fürs Medizinstudium aus Augsburg nach München-Neuperlach gezogen.

Trotz des schlechten Rufs dieses Stadtteils fühle ich mich hier sehr wohl. Man ist gleich im Grünen (Ostpark) und – das ist natürlich das Beste – in nicht mal 5 Minuten auf der A8 in Richtung Berge 🙂

Was ist dein Lieblingsort in München und warum?

Überall im Grünen und am Wasser! Ich bin einfach gerne draußen, zum Glück bietet München mit seinen vielen Parks und der Isar da so einige Möglichkeiten 🙂

Da ich noch nicht so lange hier lebe, liebe ich es außerdem die vielen Cafes, Bars, Clubs und die Biergärten Münchens noch zu entdecken.

Wo fühlst du dich in München den Bergen am nächsten?

Da ich im 5. Stock wohne, reicht bei Föhn schon ein Schritt vor die Wohnung. Von dort habe ich einen super Blick auf die Berge.

Wo trifft man dich auf keinen Fall?

Am Wochenende in der Fußgängerzone. Auf 90er Parties oder in Schickimicki-Clubs 😀

In den Bergen versuche ich, Gipfel zu meiden, auf die auch Bergbahnen fahren. Da ist mir einfach zu viel Trubel.

Erzähle uns von deiner ersten Erinnerung an die Berge! Weißt du noch, wann du das allererste Mal in den Bergen warst und was du da gemacht hast?

Als Kind habe ich mit meiner Familie einmal eine Bergmesse im Allgäu besucht. Ich kann mich noch erinnern wie sehr mich die Gewaltigkeit und unendliche Weite der Berge beeindruckt haben. 

Allerdings waren wir damals nie wirklich viel wandern oder Skifahren.

Richtig gepackt hat mich die Bergsucht erst vor etwa fünf Jahren, als ich mit ein paar Freunden aus der Krankenpflegeschule den halben E5 gegangen bin (leider mussten wir wegen viel Altschnee und schlechtem Wetter abbrechen).

Was bedeuten die Berge für dich?

Die Berge geben mir ein Gefühl von Glück und Freiheit, sie sind für mich ein Kraftort.

Am Berg verlieren der Stress des Alltags und die kleinen Problemchen, mit denen man sich so tagtäglich rumschlagen muss, an Bedeutung.

Mein Kopf wird frei - die absolute Erholung! Das steht für mich eindeutig im Vordergrund, der sportliche Aspekt kommt von alleine dazu 😉

Was machst du in den Bergen am liebsten und warum?

Ganz „normales“, Bergwandern, wofür man nichts weiter braucht als gutes Schuhwerk und Rucksack. Gerne mit ausgesetzten oder seilversicherten Stellen, an denen man auch die Hände zur Hilfe nehmen muss.

Am liebsten sind mir mehrtägige Bergwanderungen mit Übernachtung in Hütten oder – was ich in Zukunft öfter machen möchte – im Biwak.

Es geht einfach nichts über das Gefühl früh morgens oder spät abends am Berg zu stehen.

Ich finde, da merkt man erst, wie gewaltig und mächtig die Natur und wie klein und unbedeutend man selbst ist. Eine ganz besondere, unvergleichliche Stimmung.

Wo ist dein Lieblingsspot in den Bergen?

Mit Sicherheit dort, wo Berge auf Wasser treffen. Das ist für mich eine unschlagbare Kombination!

Einige meiner Lieblingsbergseen sind zum Beispiel der Funtensee in Berchtesgaden, die Soiernseen im Karwendel, der Seebensee  und Drachensee in den Mieminger Bergen und der Schrecksee im Allgäu.

Ich freue mich aber immer wieder, neue Berge und Orte zu entdecken.

Von wo hat man deiner Meinung nach die schönste Aussicht?

Es muss nicht immer der höchste Berg und das unglaubliche Panorama sein. Für mich zählt schon allein das „In-den-Bergen-sein“.

Wenn ich mich festlegen muss: der Blick vom Bärenkopf auf den Achensee ist ein Traum. Der See wirkt dabei fast wie ein Fjord.

Was ist dein liebstes Berg-Foto zur Zeit und warum?

Ich würde sagen, das ist immer noch ein Bild, das letztes Jahr bei der Großvenediger-Besteigung entstanden ist. Es ist darauf der letzte Grat zu sehen, den wir auf dem Weg zum Gipfel meistern mussten.

Das war einfach ein Wahnsinns-Gefühl, nach der Anstrengung meiner ersten Hochtour bei eiskaltem Wind dort oben zu stehen, über den Wolken, mit Traumblick auf die umliegenden Berge.

Welche Tour muss man unbedingt gemacht haben und warum?

Jede Tour hat natürlich etwas besonderes für sich.

Als Winterwanderung würde ich die Tour auf den Breitenstein (Foto) empfehlen, je nach Schneelage mit Schneeschuhen oder mit Bergschuhen und evtl. Gamaschen / Grödeln. Dort ist im Normalfall nicht so viel los, wie auf dem bekannten Nachbarn, dem Wendelstein, die Aussicht kann aber locker mithalten. (Nach der Tour bietet sich eine Einkehr im - leider etwas überlaufenen - Cafe Winkelstüberl in Fischbachau an, superleckere XXL- Kuchenstücke!)

Die Tour auf die Zugspitze für mich auch ein Must-Do - schließlich ist es etwas Besonderes, aus eigener Kraft den höchsten Berg Deutschlands zu erklimmen.

Ich habe damals mit der ganzen Familie die Route von der Ehrwalder Alm über das Gatterl, die Knorrhütte und das Zugspitzplatt gewählt. Ein langer Hatsch, der Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordert...aber ein tolles Gefühl am Ende am Gipfel zu stehen und den ganzen Weg selbst bewältigt zu haben!

(Wir  haben im  Anschluss noch im Forggensee gebadet – ein Traumtag!)

Was nimmst du immer mit in die Berge (in deinem Rucksack) und warum?

  • 50-er-Sonnencreme (bin ein ziemliches Weißbrot :D)
  • Handy für Fotos
  • die obligatorische Brotzeit: Müsliriegel, Banane, Butterbreze, Radieschen,Tomaten und ein Ei!

Was war deine allzeit beste Anschaffung für die Berge und warum?

Jeder meiner Rucksäcke von Deuter. Ein kleiner für Tagestouren, ein größerer für mehrtägige Wanderungen und ein Trekkingrucksack. Die mussten schon ganz schön viel mitmachen.

Was empfiehlst du Neulingen, die in die Berge gehen möchten?

Gute Vorbereitung und klein anfangen!

Erstmal kürzere, einfacherer Touren, um erst einmal zu lernen, sein Können und seine Grenzen (z.B. Schwindelfreiheit) einschätzen zu können. Die Trittsicherheit kommt mit der Zeit.

Und damit der Einstieg in den Bergsport nicht gleich zur Tortour wird: passende, möglichst eingelaufene Schuhe!

Was ist deine größte Herausforderung in den Bergen?

Mich bei den unfassbar vielen Möglichkeiten auf eine Tour festzulegen 🙂

Hast du dir für 2017 etwas Besonderes vorgenommen  – und wenn ja, was und warum?

Im September soll's auf meinen ersten 4.000er gehen, den Castor in der Schweiz, nach dem Großvenediger letztes Jahr meine zweite Hochtour.

Außerdem hab ich mir vorgenommen, kommende Saison endlich das Projekt Skitour anzupacken. Allerdings muss ich dafür erst wieder ein paar mal Skifahren gehen, das hab ich die letzten Jahr ziemlich schleifen lassen 😀

Hast du eine Lebensweisheit / Motto / Spruch, die dich immer begleitet/n?

„Into the mountains I go to lose my mind and find my soul.“

(Abgewandeltes Zitat von John Muir)

Das beschreibt die Bedeutung der Berge für mich perfekt.

Liebe Anna, vielen Dank für das Interview mit dir! Willkommen bei den Munich Mountain Girls... wir freuen uns auf viele gemeinsame Touren und schönste Berg-Erlebnisse.

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