Katharina Tordi

Skitouren Bayern mit Katharina Tordi: sie ist 21 Jahre alt, gebürtige Wienerin und nennt sich selbst "Schneeweißchen und die Gipfel" - ein wundervoller (Instagram-) Name. 

Bis Anfang des Sommers 2016 war Katharina Leistungssportlerin: sie ist Ski Cross gefahren in der Deutschen Nationalmannschaft! Die letzten 4 Jahre hat sie dafür in Berchtesgaden in einem Ski-Internat gelebt. Katharina hat übrigens das Skifahren gelernt, bevor sie überhaupt laufen konnte 😉  

Seit Katharina aufgehört hat, professionell Ski zu fahren, hat sie ein ganz anderes Verständnis für den Skisport und die Berge entwickelt: Ihr war die Vielfalt der Berge vorher nicht so bewusst, weil sie nur für ihren persönlichen Sport unterwegs war. 

Eine neue Leidenschaft hat sie dann mit dem Skitourengehen entdeckt. Über Rennrad-und Mountainbiken bis hin zum Yoga und Bouldern, gibt es nichts, was sie nicht ausprobiert... 

Du wohnst am Tegernsee, im grün-blauen Vorgarten von München, am Fuße des Wallbergs. Gibt es dennoch einen Stadtteil in München, in dem du dich am meisten zuhause fühlst und warum?

Eine Freundin hatte in Giesing eine Wohnung, in der ich eine Zeit lang wohl fast schon Untermieter war, so oft wie wir zusammen in München unterwegs waren. Egal ob sporteln, shoppen oder feiern, Ausgangspunkt war immer die Wohnung in Giesing, weshalb ich mich dort am meisten zu Hause fühle.

Was ist dein Lieblingsort in München und warum?

Da ich, egal zu welcher Jahreszeit, immer Eis esse ist mein Lieblingsort in München definitiv ist die Eisdiele des verrückten Eismachers in der Maxvorstadt. Wenn mir dort ein Eis hole, fühle ich mich, ohne die Augen schließen zu müssen, wie Alice im Wunderland. Ein toller Ort um sich mit Freunden zu treffen, zu quatschen und kleine süße Sünden zu begehen.

Wo fühlst du dich in München den Bergen am nächsten?

Den Bergen am nächsten fühle ich mich, wenn ich aus München raus Richtung Salzburg fahre und das Autobahnschild entdecke, auf dem Tegernsee steht. 🙂

Wo trifft man dich auf keinen Fall?

An Orten mit schlechter Musik. Ich bin zwar der wohl unmusikalischte Mensch auf der Welt, aber schlechte Musik geht trotzdem gar nicht!

Erzähle uns von deiner ersten Erinnerung an die Berge! Weißt du noch, wann du das allererste Mal in den Bergen warst und was du da gemacht hast?

Ich kann mich daran erinnern, dass ich das erste Mal mit 3 Jahren im Pitztal war. Ich habe dort das Skifahren gelernt und war ganz stolz, als ich das erste Mal alleine mit meiner Schwester Sessellift fahren durfte.

Was bedeuten die Berge für dich?

Die Berge bedeuten für mich alles. Dort habe ich schon die größten Freuden, aber auch die tiefsten Rückschläge erlebt.

Ich stoße in den Bergen immer wieder an meine Grenzen und kann sie dennoch jedes Mal überwinden.

Ich entwickle in den Berge Stärken, von denen ich vorher nichts wusste.

Alles in allem geben sie mir also hauptsächlich Kraft und Gelassenheit.

Was machst du in den Bergen am liebsten und warum?

Am liebsten gehe ich in den Bergen Skitouren. Ich habe zwar erst diesen Winter damit angefangen, aber sofort realisiert, dass sich mir dadurch neue Dimensionen des Berggehens und des Skifahrens eröffnen.

Es gibt nichts Schöneres als in Ruhe durch den Schnee zu gehen, die Natur zu genießen und dann eine Abfahrt zu haben, für die du erst hart arbeiten musstest.

Von wo hat man deiner Meinung nach die schönste Aussicht?

Die schönste Aussicht hat man meiner Meinung nach vom Bärenkopf am Achensee. Hier hat man einen tollen Blick über den ganzen See und die umliegenden Gipfel. Und wenn man Glück hat, kann man auch ein paar Gamsen beobachten.

Was ist dein liebstes Berg-Foto zur Zeit und warum?

Mein all time favourite ist das Foto vom Hirschberg. Dieser Weitblick ist der Wahnsinn! Das Foto zeigt mir, dass die Berge und die Erfahrungen, die du dort machst, endlos sind.

Welche Tour muss man unbedingt gemacht haben und warum? 

Eine Tour, die man unbedingt gemacht haben sollte, ist die Watzmannüberschreitung über das Hocheck, die Mittelspitze und die Südspitze. Der Aufstieg zum Hocheck über das Watzmannhaus ist sehr angenehm zu gehen. Der Grad zur Südspitze hingegen ist eher anspruchsvoll, aber mit den steil abfallenden Flanken links und rechts ein echtes Highlight. Nur beim Runtergehen sollte man Geduld mitbringen, das zieht sich ganz schön in die Länge.

Eine weitere Empfehlung (für Skitouren Bayern) im Winter ist das Gebiet rund um den Taubenstein. Optimalerweise ist man hier mit einer Tourenausrüstung  und einer Stirnlampe unterwegs. Das Besondere ist hier nämlich das Nachttourengehen unter der Woche. Sicherlich eine Erfahrung, die man nicht alle Tage hat 😉 - unbedingt ausprobieren!

Was nimmst du immer mit in die Berge (in deinem Rucksack) und warum?

In meinem Rucksack habe ich immer, egal ob Sommer oder Winter, ein kleines Erste Hilfe Set dabei. Es kann schneller gehen, als einem lieb ist, dass die Begleitung oder man selbst sich irgendwie verletzt. Und da ist es gut, wenn man ausgerüstet ist und Material dabei hat.

Was war deine allzeit beste Anschaffung für die Berge und warum?

Mein Rucksack von Ortovox. Es gab bis jetzt wirklich keine Tour, auf der ich ohne ihn unterwegs war. Hier packe ich alles rein, was ich in den Bergen brauche und er ist so ausgestattet, dass ich sogar Ski, Stöcke und einen Helm befestigen kann.

Und obwohl wir alle wissen, dass Frauen ja gerne mal mehr mitnehmen, als nötig wäre, hatte ich noch nie Platzprobleme 😉

Was empfiehlst du Neulingen, die in die Berge gehen möchten?

Die Berge sind nicht zu unterschätzen. Wer noch nie in den Bergen unterwegs war, sollte sich auf jeden Fall im Vorfeld genau über die Tour informieren: Wie sieht es mit dem Schwierigkeitsgrad aus, wie lange wird sie dauern, spielt das Wetter mit usw.

Und natürlich sollte genug Proviant eingepackt werden und auf passendes Schuhwerk gesetzt werden.

Was ist deine größte Herausforderung in den Bergen?

Meine größte Herausforderung in den Bergen sind schmale Grate mit steil abfallenden Wänden. Ich habe nämlich Höhenangst und werde dann gerne mal unsicher.

Hast du dir für 2017 etwas Besonderes vorgenommen – und wenn ja, was und warum?

Speziell vorgenommen habe ich mir nichts, ich mache es einfach dann, wenn es da ist 🙂

Aber generell möchte ich noch mehr über das Skitourengehen lernen, neue Touren entdecken und dann im Sommer auf jeden Fall höher als 3000 Meter zu gehen.

Hast du eine Lebensweisheit / Motto / Spruch, die dich immer begleitet/n?

"Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern vielmehr die Erkenntnis, dass etwas anderes wichtiger ist als Angst."

Liebe Kathi, vielen 💙-Dank für das Interview mit dir. Wir freuen uns auf viele neue Abenteuer und Bergfotos. Alles Liebe - und mach' weiter so!

 

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