Made Ziius

Made ist in Estland geboren, hat aber ihr halbes Leben in den Bergen von Norwegen verbracht. Seit drei Jahren lebt sie in München und hat sich in die "dörfliche Stadt" - wie sie sagt - vom ersten Moment an verliebt.

Made arbeitet als "IT-Ninja", bezeichnet sich als Tagträumerin und Wochenend-Abenteurer.

Alle ihre Wanderungen beginnt sie aus Auto-Mangel mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, im Winter fährt sie Ski oder wandert durch den Schnee.

Am liebsten ist sie jedes Wochenende in den Bergen und - wer hätte das gedacht - Made ist das erste Munich Mountain Girl, das sich in Klettersteigen an seeeeehr ausgesetzten Stellen am wohlsten fühlt 😉

Ihre Wanderungen (auch fernöstlich!) hält sie auf ihrem Blog "Hiking Wonders" fest.

Du wohnst seit 2015 in München. In welchem Stadtteil fühlst du dich am meisten zuhause und warum?

Im Viertel rund um den Gärtnerplatz fühle ich mich sehr wohl, weil es so viel Charme hat - vor allem mit den kleinen Restaurants und Cafés.  Es ist auch so nahe an der Isar gelegen, dass man ganz einfach einen Smoothie to go mitnehmen und sich ein sonniges Plätzchen direkt am Wasser suchen kann.

Was ist dein Lieblingsort in München und warum?

Die Isar ist natürlich mein liebster Ort. Dort ist so viel Leben spürbar und so viele unterschiedliche Menschen, es fühlt sich an wie eine kleine ländliche Siedlung 🙂

Mein zweitliebster Platz ist der Westpark, der irgendwie immer blüht. Im Sommer picknicken viele Familien dort, gefühlt mit ihrer kompletten Küchenausstattung. Und die vielen versteckten Trails mag ich besonders.

Wo fühlst du dich in München den Bergen am nächsten?

Beim Trailrunning auf den Isartrails, gemeinsam mit den Mountainbikern, zwischen Thalkirchen und Grünwald. Mit meinen 5-Finger-Schuhen fühlt sich das an wie ein Kind, das in den Bergen umherspringt.

Wo trifft man dich auf keinen Fall?

Am Marienplatz! Ich mag überfüllte Orte überhaupt nicht. Obwohl ich ihn sehr hübsch finde, vermeide ich es, dort sein zu müssen.

Erzähle uns von deiner ersten Erinnerung an die Berge! Weißt du noch, wann du das allererste Mal in den Bergen warst und was du da gemacht hast?

Meine erste wirkliche Erfahrung mit den Bergen war die Wanderung auf den Fannaråki in Norwegen. Davor war ich eigentlich immer nur bei einfachen Wanderungen am Berg - vor dem Fannaraki hatte ich keine wirkliche Ahnung vom Bergsteigen muss ich zugeben: jetzt warteten 1.270 Höhenmeter auf mich und ich hatte einen 60-Liter-Rucksack auf dem Rücken 😉

Natürlich war ich nie zuvor mit einem so großem Rucksack unterwegs und war schon müde bevor es überhaupt losging 🙂 Glücklicherweise wusste ich davor nicht, wie lang die Wanderung werden würde, sonst wäre ich niemals mitgegangen!

Als wir dann endlich am Gipfel oben waren konnte ich es fast nicht glauben: ich hatte noch nie zuvor dieses starke Gefühl gespürt, etwas wirklich geschafft zu haben.

Wahrscheinlich ist es genau dieses Gefühl, weswegen ich nun immer und immer wieder in die Berge gehe.  Ich habe so viele schöne Erinnerung an diesen Tag und Abend, ich erinnere mich an das Essen der besten Pizza dieser Welt (natürlich),  ich erinnere mich daran, mitten in der Nacht aufzuwachen, um den Sonnenaufgang anzusehen, an die alpinen Seen ... und ich erinnere mich an die Nachricht, die ich meiner Familie geschickt habe, als ich oben am Gipfel stand. Diese Wanderung kann ich nur jedem empfehlen, der nach Norwegen möchte!

Was bedeuten die Berge für dich?

Das Gefühl, auf einem Berg zu stehen, ist für mich pure Freiheit.

Ich vergesse die Zeit dort oben und kann für Stunden bleiben. Das ist für mich das Gefühl, ganz im Moment zu sein, das ich nur beim Wandern oder Campen erlebe. Wandern ist für mich das moderne "Entdecken" - und daher habe ich häufig Wanderungen auch schon zweimal gemacht.

Und ich mag die Berge als Herausforderung, weswegen ich immer nach mehr strebe und anspruchsvollere Touren suche.

Was machst du in den Bergen am liebsten und warum?

Ich liebe es, in den Bergen zu campen. Das gibt mir nämlich das Gefühl, nicht nur als "Gast" dort zu sein, sondern sie wirklich zu erleben - als ob ich dort wohnen/leben würde.

Wo ist dein Lieblingsspot in den Bergen?

Mein Lieblingsplatz ist ein Berg-Gipfel, der nur sehr schwer und nur über sehr steile Wände zu erreichen ist 🙂

Von wo hat man deiner Meinung nach die schönste Aussicht?

Oh es gibt so viele unglaubliche Aussichten! Das Wetter spielt natürlich eine große Rolle. Wenn ich mich auf einen bestimmten Berg festlegen muss, dann nehme ich den Blick vom Watzmann. 

Welche Tour muss man unbedingt gemacht haben und warum?

Sommertour: die Watzmannüberschreitung. Das ist die schönste Tour, die ich je gemacht habe in Deutschland - weil sie für mich die idealen Bedingungen hat: steil und fordernd 🙂

Die Sicht auf den Königssee erinnert mich ein wenig an Norwegen und die Fjorde. Tatsächlich hat jemand mal zu mir gesagt, der Watzmann wäre "das Norwegen für arme Leute." 😉

Wintertour: Mein liebstes Gebiet für's Skifahren ist Hochzillertal oder die Silvretta.

Für's Winterwandern nehme ich Gebiete, die näher an München sind - die Tage sind eben nicht mehr so lang wie im Sommer. Den Jochberg bei Vollmond kann ich sehr empfehlen!

Was nimmst du immer mit in die Berge (in deinem Rucksack) und warum?

Ich habe immer ein Sitzkissen dabei. Das ist so ein toller Comfort auf dem Gipfel und während Pausen - im Sommer wie im Winter, und es wiegt quasi nichts. 🙂

Was war deine allzeit beste Anschaffung für die Berge und warum?

Gamaschen! Wenn du frühjährliche oder Wanderungen im Winter machst, sind Gamaschen einfach ein Muss. Schnee in den Schuhen stört einfach sehr und man kann nicht unbeschwert so in den Schnee stapfen wie man eigentlich gerne würde 😉

Was empfiehlst du Neulingen, die in die Berge gehen möchten?

Bereite dich gut vor, so dass du weißt, was dich auf der Tour erwartet. Schau dir Fotos und vielleicht auch Videos an. Und fange unbedingt mit einfachen, kleinen Touren an und notiere dir, mit wie vielen Höhenmetern du gut klar kommst - und lerne so, wie du dich steigern kannst.

Nimm immer das nötige Equipment mit und frag dein Umfeld um Rat, wenn du dir nicht ganz sicher bist.

Was ist deine größte Herausforderung in den Bergen?

Meine größte Herausforderung ist es, ohne eigenes Auto an all die tollen Gipfel heranzukommen 🙂

Hast du dir für 2017 etwas Besonderes vorgenommen  – und wenn ja, was und warum?

Dieses Jahr habe ich zum ersten Mal Off-Piste-Skifahren ausprobiert und möchte das gerne mehr üben, um in Kombination mit Klettern an noch verrücktere Gipfel als bisher zu kommen.

Hast du eine Lebensweisheit / Motto / Spruch, die dich immer begleitet/n?

"We don’t skimp on experiences."

Liebe Made, vielen Dank für das Interview mit dir! Wir freuen uns, eine Expertin für Norwegen in unserer Community zu haben - und jemand, der so risikofreudig und auf Steilheit ausgerichtet ist 😉 Alles Gute für deine Vorhaben und "verrückten" Gipfelpläne!

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