Sandra Neumann

Sandra ist in ihrem schon an vielen verschiedenen Orten gewesen und hat dort teilweise auch gelebt - eigentlich immer dort, wo Berge waren: Kanada, Patagonien, Neuseeland, Schweiz. Das halbe Erwachsenen-Leben bisher als Berg- & Outdoor-Nomadin. Zwischendrin hat Sandra ihre Yoga Vinyasa Ausbildung gemacht und bietet unter dem Namen "SignsofStones" (=Steinmännchen) Outdoor Yoga Sessions und Camps an. Mehr dazu auf ihrer Webseite, die bald fertiggestellt ist (folge Sandra bis dahin einfach auf instagram, um nichts zu verpassen!).

Zur Zeit fühlt sie sich in München pudelwohl, das liegt vor allem natürlich an den Bergen und der Freiheit, jederzeit mit ihrem Camper aufbrechen zu können...

Du wohnst seit 2012 in München. In welchem Stadtteil fühlst du dich am meisten zuhause und warum?

Seit ich 2012 das erste Mal nach München gezogen bin, hab ich nach kurzer Zeit schon wieder Fernweh bekommen. Zurück in Deutschland habe ich festgestellt, dass München wegen der Nähe zu den Bergen die beste Stadt für mich ist.

Jetzt wohne ich nach einem Sommer im Camper und Wohnungswahnsinn zusammen mit meiner Schwester Franziska in Sendling / Thalkirchen, wo mich sehr wohl fühle und das sich gerade noch ziemlich unhip anfühlt. Perfekte Lage zum rausfahren in die Berge und gleich an der Isar.

Was ist dein Lieblingsort in München und warum?

Die Isarauen. Ich liebe es bei schönem Wetter an der Isar zu chillen, zu baden (fantastisch! wo kann man schon mitten in der Stadt im Fluss baden?), Yoga zu machen und einfach mit Freunden rumzuhängen.

Wo fühlst du dich in München den Bergen am nächsten?

Da wo ich wohne. Wenn ich Lust auf Berge habe setz' ich mich einfach in meinen Camper und bin in fünf Minuten auf der Autobahn Richtung Garmisch oder Innsbruck.

Wo trifft man dich auf keinen Fall?

Am Marienplatz und beim Shoppen.  

Erzähle uns von deiner ersten Erinnerung an die Berge! Weißt du noch, wann du das allererste Mal in den Bergen warst und was du da gemacht hast?

Ich hatte das große Glück, dass unsere Eltern meine Schwester Franziska und mich schon mit drei Jahren auf die Ski gestellt haben und wir im Winter jede freie Minute in den Bergen verbracht haben.

Immer woanders, selten am gleichen Ort. Wir haben unser Wohnmobil an der Talstation geparkt und sind den ganzen Tag Skifahren gegangen. Und da unser Vater eine Abneigung gegen die Talfahrt mit der Gondel hatte, sind wir immer die wildesten Talabfahrten bis zum Wohnmobil gefahren, was manchmal auch bedeutet hat, dass wir Kinder die Ski abschnallen und über’s grüne Gras absteigen mussten, wenn im Frühling nicht mehr so viel Schnee lag.

Ich erinnere mich daran, dass ich schon als Kind diese Berg-Sehnsucht gespürt habe und immer höher hinauf wollte.

Was bedeuten die Berge für dich?

Berge bedeuten für mich

  • mentale und physische Grenzen kennenzulernen und zu überwinden
  • mich im Einklang mit der Natur zu bewegen,
  • Einheit zu spüren und
  • einfach zu Sein.

Was machst du in den Bergen am liebsten und warum?

  1. Freeskiing
  2. Skitouren
  3. Klettern
  4. Bergsteigen

Weil es ich es einfach LIEBE!!!!!

Wo ist dein Lieblingsspot in den Bergen?

Es gibt viele und immer wieder neue.

Berge verändern sich, und ein Ort kann ganz anders sein, als man ihn vorher erlebt hat, weil das Wetter anders ist oder man mit anderen Menschen unterwegs ist.

Ich durfte in meinem Leben schon an vielen schönen Bergorten sein, in Kanada, Neuseeland, Japan, Georgien und Patagonien und es sind alles Lieblingsspots.

Von wo hat man deiner Meinung nach die schönste Aussicht?

Ohhh da gibt’s so viele!! Vom Gran Paradiso (4.061m) wo man bei guter Sicht bis zum Meer schauen kann.

Oder von der Kuhscheibe im Ötztal wo man die Wildspitze sieht.

Und von der Tracuit Hütte am Bishorn, von der aus man den Mont Blanc sieht.

Was ist dein liebstes Berg-Foto zur Zeit und warum?

Die Bilder von der Kuhscheibe im Ötztal weil es nicht besser hätte sein können:

  • Top Schneeverhältnisse
  • strahlender Sonnenschein
  • ein Biwak unterm Baum
  • gutes Essen und
  • ein Gipfelbier mit der besten Tourenpartnerin der Welt.

Welche Tour muss man unbedingt gemacht haben und warum?

Im Winter - Skitouren & Freeriden
Im Sommer - Bergsteigen

Was nimmst du immer mit in die Berge (in deinem Rucksack) und warum?

Eine Daunenjacke und natürlich den Gipfelflachmann.

Was war deine allzeit beste Anschaffung für die Berge und warum?

Meine Tourenski und der Mountain Equipment Schlafsack zum biwakieren.

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Was empfiehlst du Neulingen, die in die Berge gehen möchten?

Einfach raus gehen! Machen. Keine Ausreden. Alles andere kommt ganz von allein.

Was ist deine größte Herausforderung in den Bergen?

Meine größte Herausforderung in den Bergen ist alles Mentale:

Mich immer wieder von Neuem zu pushen, eine Route vorzusteigen oder in einen steilen Hang zu fahren bis ich in den Flow komme.

Das kostet immer Überwindung. Wenn ich mal drin bin halte ich auch durch, denn ich bin zäh. Das ist meine Stärke.

Yoga hilft mir sehr mich zu fokussieren und mich auf den Moment zu konzentrieren. Das hilft mir sowohl beim Klettern als auch beim Skifahren.

Und das Wetter ist eine Herausforderung. Vor allem im Winter die Lawinensituation richtig einzuschätzen und auch den Mut haben, umzukehren wenn die Bedingungen nicht passen.

Hast du dir für 2018 etwas Besonderes vorgenommen  – und wenn ja, was und warum?

Ich bin sehr begeisterungsfähig deswegen bringt jeder Ort immer neue Inspiration und neue Projekte.

Schon lang auf meiner Wish List ist

  • der Jubiläumsgrat
  • die Venter Runde mit Wildspitze und Similaun (auf den Spuren meines Vaters - ich habe seinen alten Rother Führer von 1972 und alte Aufzeichnungen von ihm über die Tour gefunden)

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Hast du eine Lebensweisheit / Motto / Spruch, die dich immer begleitet/n?

Das Leben ist schön! Und immer wert, sein Bestes zu geben.

Liebe Sandra, wir haben uns beim 1. European Women's Outdoor Summit in der Schweiz kennengelernt - erst vor zwei Wochen - und neben der gemeinsamen Bergleidenschaft festgestellt, dass wir quasi in derselben "Hood" München's wohnen 🙂 So schön, dich als Nachbarin zu wissen und jetzt auch Munich Mountain Girl nennen zu dürfen!

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