Verena Bürstl

Verena ist 30, in Innsbruck geboren und nach ihrem Studium der Kommunikationswissenschaft in Salzburg für ein Praktikum bei einer PR-Agentur nach München gekommen. Geplant waren sechs Monate, daraus sind jetzt acht Jahre geworden.

Für Verena war schnell klar, dass München einfach alles und noch mehr bietet. Hier hat sie sich vom ersten Tag an zu Hause gefühlt.

München und Verena, das war definitiv Liebe auf den ersten Blick. Verena liebt die Berge, die gehören zu ihr und sind ihre Wurzeln, die Stadt liebt sie aber mindestens genauso.

Seit drei Jahren führt Verena zusammen mit ihrer besten Freundin NVC public relations, ein Studio für Kommunikation. Die Gründung war ein lang ersehnter Traum - selbständig zu sein und „frei“ zu arbeiten entspricht meiner Persönlichkeit mehr, als ich je gedacht habe.

Seit einem knappen Jahr sie nun auch der Job regelmäßig zurück zu ihren Wurzeln. Verena und Nadine haben die Projektleitung für ein einzigartiges Hotel-Projekt im Zillertal übernommen: das POP DOWN HOTEL. Noch ein Grund mehr für Verena, ihr Heimat regelmäßig zu besuchen...

Du wohnst seit 2009 in München. In welchem Stadtteil fühlst du dich am meisten zuhause und warum?

An der Grenze zwischen Maxvorstadt und Schwabing. Ich wohne seit acht Jahren in der Gegend, am Anfang am Stiglmaierplatz, seit vier Jahren nun am Josephsplatz.

Ich liebe mein Viertel und verlasse es nur ungern – alles was ich brauche ist hier, dienstags Markt am Josephsplatz, all meine geliebten Cafes, der Elisabethmarkt, meine liebsten Restaurants und Bars, der englische Garten und der stillgelegte „Alte Nordfriedhof“.

Was ist dein Lieblingsort in München und warum?

Oh, da gibt es so viele.

# 1   Mein morgendlicher Weg ins Büro – vom Josephsplatz durch die Isabellastraße in die Georgenstraße – ist unschlagbar. Nichts bedeutet für mich mehr Heimat in München als dieser kurze Weg. Da wird mir immer wieder klar, wie schön München ist. Die Abendsonne im James T. Hunt genießen, die Radler mit Surfboard unter dem Arm an einem vorbeifahrend – das kommt dem Lieblingsort schon sehr nahe.

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munich-mountain-girls-verena-buerstl-muenchen-wiesn# 2 Die Wiesn. Es gibt ja viele Münchner/innen, die dem Ganzen nicht so viel abgewinnen können. Zu denen zähle ich nicht, ich liebe die Wiesn und die Jahreszeit. Der frühe Herbst ist die mit Abstand schönste Zeit in München.

 

munich-mountain-girls-verena-buerstl-muenchen-monopteros# 3 Wenn ich mich aber für einen Ort entscheiden müsste, Winter wie Sommer, Frühling wie Herbst, dann wäre das der Monopteros im Englischen Garten.

Wo fühlst du dich in München den Bergen am nächsten?

Auf der TU-Terrasse im Cafe Vorhoelzer.

Wo trifft man dich auf keinen Fall?

Im BMW Museum.

Erzähle uns von deiner ersten Erinnerung an die Berge! Weißt du noch, wann du das allererste Mal in den Bergen warst und was du da gemacht hast?

Ich bin in Innsbruck geboren, genau genommen in Hoch-Rum. Das ist schon ziemlich in den Bergen - somit meine erste „Bergerfahrung“.

Meine erste bewusste Erinnerung an die Berge im Sommer ist gar nicht so positiv.

Ich „musste“ als Kind immer mit auf alle Wanderungen meiner Eltern und hatte dazu meistens nicht die geringste Lust. Zu heiß, zu anstrengend, langweilig.

Ich muss aber zugeben, schon damals als Kind, wenn wir dann „oben“ angekommen waren und es etwas Tolles zu essen gab, fand ich doch immer Gefallen an der Sache „Berg / Wandern“

– Danke an Mama und Papa an dieser Stelle, ihr habt nicht aufgegeben!

Skifahren fand ich allerdings immer schon gut. Deshalb bin ich mir sicher, dass meine erste bewusste, positive Erinnerung an die Berge ganz sicher mit Skifahren zu tun hat.

Was bedeuten die Berge für dich?

  • Ruhe (im besten Fall kein Handy-Empfang)
  • Ausgleich
  • das beste Essen

Was machst du in den Bergen am liebsten und warum?

Die Sonne genießen. Klingt nicht sehr sportlich und ich weiß, dass für viele Wanderer der Weg das Ziel ist.

Für mich ist definitiv immer das Ziel das Ziel.

Ich liebe Almhütten - die Atmosphäre (am besten früh morgens, wenn noch viel los ist), das Essen, die Menschen.

Ganz egal ob im Sommer nach einer Wanderung oder im Winter nach dem perfekten Ski-Vormittag – die Sonne auf der Alm zu genießen ist das Beste!

Wo ist dein Lieblingsspot in den Bergen?

Zum Wandern: die Umbrüggler Alm in den Bergen von Innsbruck.

Zum Skifahren: Wirklich kein „besonderes“ Skigebiet, nicht groß, nicht wirklich viele Pisten, aber es ist der Innsbrucker Hausberg, auf dem bin ich groß geworden: der Patscher Kofel.

Und im kommenden Winter natürlich das POP DOWN HOTEL in Ried im Zillertal.

Von wo hat man deiner Meinung nach die schönste Aussicht?

Von der Umbrüggler Alm aus auf Innsbruck. Eigentlich schon der ganze Weg nach oben ist mit der besten Aussicht auf die Stadt ausgestattet. Ich bin schon so oft da gewesen und trotzdem fasziniert mich der Ausblick immer wieder.

Und ich war im April zum ersten Mal auf dem Ugly Skiing Day in der Axamer Lizum. Der Ausblick vom Hoadl Haus auf die umliegenden, mit Schnee bedeckten Gipfel…

Kombiniert mit einer gutgelaunten, tanzenden Feiermenge – ich war schon so oft in meinem Leben „am Berg“, aber das war wirklich einzigartig.

Was ist dein liebstes Berg-Foto zur Zeit und warum?

Von der letzten Wanderung – dem Zirbenweg.

Warum? Es zeigt meinen perfekten Sonntag nach einer hektischen Woche. Der Zirbenweg endet (wenn man am Patscher Kofel startet) an der Tulfein Alm. Meine Großeltern haben uns bereits vorgewarnt, da würde es die besten „Kaspressknödel“ geben. Wie richtig sie damit lagen!

Welche Tour muss man unbedingt gemacht haben und warum?

Sommer: Den Zirbenweg wandern.

Man kauft ein „Zirbenweg-Ticket“ an der Seilbahn am Patscher Kofel (24,90 € pro Person, scheint erstmal teuer, lohnt sich aber). Von der Bergstation am Patscher Kofel geht es über den Zirbenweg in Richtung Glungezer. Auf ca. 2000 m Seehöhe läuft man. 7 km (200 Höhenmeter). Dauer ist ca. 2 Stunden.

Der Weg ist nicht anstrengend, man hat ständig einen wunderbaren Blick ins Inntal und auf die Nordkette.

Belohnt wird man Ende mit wunderbarem Essen und einer urigen Hütte, der Tulfein Alm. Runter geht es am Glungezer dann wieder mit dem Sessellift und zurück zur Talstation vom Patscher Kofel kommt man mit einem Bus. Ist alles in dem Ticket inbegriffen.

Winter: Ich gehe leider keine Skitouren, deshalb kann ich da gar keinen Tipp abgeben.

Ich hätte aber dafür noch einen zweiten Sommertipp, für Wander-Einsteiger:

Zum Obernberger See: Der Obernberger See liegt in den Stubaier Alpen. Man fährt mit dem Auto bis zum Gasthof Waldesruh in Obernberg.

Von dort aus geht man für ca. 20-30 Minuten nach oben zum See. Oben angekommen wird man sofort in den Bann des Naturschutzgebietes gezogen.

Der See ist glasklar, der Weg der um den See herumführt ist gemütlich, ohne Höhenmeter, wie ein Spaziergang.

Der Weg um den See dauert ca. 1 Stunde. Achtung: Im Moment gibt es dort keine Einkehr-Möglichkeit.

Was nimmst du immer mit in die Berge (in deinem Rucksack) und warum?

  • Wasser
  • Sonnencreme
  • Regenjacke
  • Was ich definitiv mitnehmen sollte, aber nie dabei habe: eine Wanderkarte. Orientierung ist nicht wirklich meine Stärke, schon gar nicht am Berg ohne Anhaltspunkte und ohne Google Maps.

Was war deine allzeit beste Anschaffung für die Berge und warum?

Meine Bergschuhe von Merell habe ich vor zwei Jahren zum Geburtstag bekommen. Die besten, die ich je hatte, keine Blasen, stabil und dabei nicht zu schwer. Und sie gefallen mir – das war nicht ganz so einfach 😉

Was empfiehlst du Neulingen, die in die Berge gehen möchten?

  1. Nicht zu hohe Ziele stecken
  2. Sich die richtigen Hütten / Almen als Ziel wählen
  3. Mit Freunden oder Familie wandern
  4. Gute Schuhe und Blasenpflaster

Was ist deine größte Herausforderung in den Bergen?

Meine Höhenangst. Ich bin deshalb kein großer Fan von Gondeln und Seilbahnen. Komischerweise machen mir Skilifte im Winter nichts aus.

Aber auch nur bergauf. Mit einem Lift bergab zu fahren ist jedes Mal eine echte Herausforderung, ich versuche es – so gut es geht – zu vermeiden.

Hast du dir für 2017 etwas Besonderes vorgenommen – und wenn ja, was und warum?

Ich würde gerne Langlaufen lernen. Die dünnen Skier sind mir noch ein wenig suspekt. Aber auf meinem Weg von München nach Innsbruck fahre ich immer an den Loipen bei Garmisch vorbei und denke mir jedes Mal, dass ich das auch gerne mal ausprobieren würde.

Hast du eine Lebensweisheit / Motto / Spruch, die dich immer begleitet/n?

„We leave something of ourselves behind when we leave a place, we stay there, even though we go away. And there are things in us that we can find again only by going back there.”  Pascal Mercier

Liebe Verena, danke für das Interview mit dir! Wie schön, jetzt auch eine echte Tirolerin bei den Munich Mountain Girls dabei zu haben. <3

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