Skitouren Sellrain | Melanie’s Tipps: Sömen (2.798m) und Lüsener Fernerkogel (3.298m)

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Melanie (28), von klein auf in den Bergen, kann sich ein Leben ohne die Berge nicht vorstellen.  Sie ist Sommer wie Winter unterwegs und das am liebsten weit oben: In diesem Jahr hat sie sich vorgenommen, die höchsten Gipfel von Slowenien und Lichtenstein zu erklimmen, um so die Seven Summits der Alpen vollständig zu machen.

 

"Es ist Montag, ich habe frei, und der Wetterbericht verspricht Sonne,  Sonne,   Sonne."

Auch wenn die meisten meiner Bekannten unter der Woche arbeiten müssen, ist das für mich aber kein Grund, die Ski im Keller stehen zu lassen.

Da die Lawinensituation noch etwas angespannt ist und somit steilere Hänge nicht in Frage kommen, wähle ich für meine heutige Skitour den Sömen im Sellrain. Noch ahne ich nicht, dass ich damit die Sehnsucht nach einem zweiten Gipfel wecke... dem Lüsener Fernerkogel, den ich dann -knapp zwei Wochen später- auch endlich begangen habe werde...

Skitouren Sellrain | Auf den Sömen, 2.798m, Sellrain, Stubaier Alpen

Tourenbericht #1
  • Anfahrt: gute 2 Std. von München
  • Ausgangpunkt: Parkplatz bei der Rodelbahn, kurz hinter Juifenau bei Praxmar
  • Höhenmeter: 1.400 hm
  • Dauer für den Aufstieg: ca. 4 Std.
  • Exposition: Nordwest, West
  • Lawinengefahr: kaum bis mittel

Die Route führt mich ein kurzes Stück über die Rodelbahn, bis die Skiroute durch den verschneiten Wald weitergeht. Hier kommt die Sonne erst sehr spät hin, was die Umgebung in eine tiefgefrorene Winterlandschaft verwandelt.

Nach einer Stunde dann mache ich meine ersten Schritte in der Sonne und erreiche freies Gelände.

Mit jedem Schritt komme ich dem Gipfel näher und sehe immer mehr von den fantastischen Bergen um mich herum.

Nach etwa vier Stunden erreiche ich glücklich und zufrieden das Gipfelkreuz des Sömen. Ich stehe völlig alleine auf dem Gipfel, während gegenüber auf der Lampsenspitze bereits alles verspurt ist.

Ich sitze in der Sonne und plane im Kopf bereits die nächste Tour. Der Lüsener Fernerkogel wäre etwas für mich, denn dieser Berg sieht einfach beeindruckend aus - und circa zwei Wochen später werde ich ihn begangen haben, das weiß ich aktuell nur noch nicht 🙂

Die Abfahrt durch den feinen Powder ist so gut wie ich mir das erhofft hatte.

Nach den freien Hängen geht es ein kurzes Stück durch den Wald und schließlich über die Rodelbahn zurück zum Parkplatz.

Ein absolut gelungener Tag!

Skitouren Sellrain | Lüsener Fernerkogel, 3.298m, Stubaier Alpen

Vom Lüsener Fernerkogel träume ich schon seit ich das erste Mal ins Sellrain gefahren bin und dieser gewaltige Berg vor mir aufgetaucht ist.

„Kann man da wirklich hoch?“ Diese Tour stellt andere Herausforderungen dar, als die Skitour auf den Sömen.

Tourenbericht #2
  • Anfahrt: von München gut 2 Std.
  • Ausgangspunkt: Parkplatz beim Gasthof Lüsens
  • Höhenmeter: 1.680 hm
  • Dauer für den Aufstieg: 5 bis 6 Std.
  • Exposition: Ost, Nord
  • Lawinengefahr: hoch

Diese Skitour würde ich definitiv nicht alleine machen, dafür bewegt man sich zu sehr im hochalpinen Gelände.

Zudem sollte der Tourenpartner ebenfalls fit sein und wissen, was er tut. Ich möchte nicht ständig aufpassen müssen und Angst haben, dass mein Partner abstürzt.

Eine Freundin aus Innsbruck hat Zeit, das Wetter und die Verhältnisse passen und unsere Motivation ist groß.

Die ersten 1.000 Höhenmeter der Tour sehen wir bereits beim Losgehen. Vom Parkplatz aus sieht es sehr steil aus, wie eine „Wand“.

Als wir näherkommen, merken wir, dass es nicht so steil ist, wie es zunächst ausgesehen hat - und auch, dass es mit vielen Spitzkehren recht gut zu machen ist.

Am Ende der „Wand“ erreichen wir das weite, flache Gletscherbecken.

Wir gehen weiter und kommen ein wenig später zu einer schwierigeren Stelle. Hier müssen wir einen steileren Hang hinauf. Wir haben sehr gute Verhältnisse und können ohne Harscheisen passieren.

Nun dauert es nicht mehr lange bis wir das Skidepot erreichen und den finalen Gipfelgrat vor uns haben.

Nachdem wir abgefellt und uns kurz gestärkt haben, klettern wir den steilen, ausgesetzten Grat entlang.

Die Verhältnisse sind gut und wir können unsere Steigeisen im Rucksack lassen.

Die Blockkletterei ist nicht besonders schwer, aber es gibt einige Stellen an denen wir auf keinen Fall stolpern oder ausrutschen dürfen. Allmählich machen sich auch die knapp 1.700 hm in unseren Beinen bemerkbar.

Schließlich erreichen wir den Gipfel.

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Der Ausblick sowie der Tiefblick sind atemberaubend.

Der starke Wind sorgt dafür, dass wir rasch wieder absteigen. Die Verhältnisse für den Aufstieg sind perfekt, für die eigentlich schöne Abfahrt leider nicht.

Wir müssen uns fast komplett durch Bruchharsch kämpfen. Die Abfahrt raubt uns so noch die letzten Kräfte. Umso glücklicher erreichen wir das Auto. Endlich war ich oben, auf dem Berg im Sellrain. Traum erfüllt!

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