Helen Vatter

Helen ist schon seit Kindesbeinen an in den Bergen unterwegs und versucht, jedes Jahr eine Schippe drauf zu legen was Touren, Können und Erfahrung anbelangt.

Aber im Vordergrund steht für sie immer der Spaß an der Sache und – egal ob alleine auf einer Genusstour oder mit Freunden zusammen – neue Abenteuer zu erleben, wie zum Beispiel beim bevorstehenden Trip nach Georgien.

Du wohnst seit fast 11 Jahren in München. In welchem Stadtteil fühlst du dich am meisten zuhause und warum?

Könnte ich so gar nicht sagen, weil ich schon so oft umgezogen bin. Generell bin ich aber am liebsten im Süden und Westen unterwegs – Westend, Isar, Sendling.

Was ist dein Lieblingsort in München und warum?

Isarauen und Isartrails! Unglaublich, wie viel schöne Natur es direkt in München gibt. Ich mag auch gerne den Stemmerhof, das Gans am Wasser oder die Isar Alm.

Wo fühlst du dich in München den Bergen am nächsten?

Auf der Autobahnauffahrt zur A95.

Wo trifft man dich auf keinen Fall?

Im P1.

Erzähle uns von deiner ersten Erinnerung an die Berge! Weißt du noch, wann du das allererste Mal in den Bergen warst und was du da gemacht hast?

Ich war schon als Kind viel in den Bergen mit meinen Eltern, schon als Baby am Wandfuß dabei, als mein Vater die Civetta Nordwestwand bestieg. Meine ersten „freiwilligen“ Erfahrungen waren dann beim Sportklettern in Arco und Finale während des Studiums.

Am eindrücklichsten in Erinnerung geblieben ist mir mein erster Trip in die Dolomiten 2011. Als ich aus dem Grödnertal den Langkofel und die Sella erblickte, ist mir echt der Atem weggeblieben.

Was machst du in den Bergen am liebsten und warum?

  • Im Winter Skifahren – wenn’s geht abseits – außerdem habe ich mit dem Tourengehen angefangen.

Schnee, Sonne und Berge sind die beste Kombination!

  • Im Sommer am liebsten kraxeln – gerne längere Bergtouren mit Klettersteiganteil, Hüttenübernachtung, alpiner Umgebung.

    Mit dem Mountainbiken flirte ich auch, bin mir aber noch nicht sicher, in welchem Umfang und wie genau.

Wo ist dein Lieblingsspot in den Bergen?

Kann mich nicht entscheiden – Dolomiten oder Chamonix.

Von wo hat man deiner Meinung nach die schönste Aussicht?

Auch hier gibt es viele Anwärter… Dieses Jahr im August war ich gegenüber vom Matterhorn auf einem 3.000er ganz alleine kurz vor Sonnenuntergang, das war schon ziemlich unschlagbar. Aber auch der Blick von Brevent in Chamonix rüber zum Mont Blanc ist immer wieder toll.

Was ist dein liebstes Berg-Foto zur Zeit und warum?

Das Matterhorn, das sich im Stellisee spiegelt, ist einfach ein Klassiker! Und es erinnert mich immer daran, den Moment zu schätzen, denn der war wirklich einzigartig.

Welche Tour muss man unbedingt gemacht haben und warum?

Puh, das kommt ja ganz auf das eigene Level und die eigenen Vorlieben an.

Ein Highlight für mich war die Via Bocchette in der Brenta, das ist aber schon ein (vor allem mental) anspruchsvoller Klettersteig.

Skifahr-technisch habe ich schon öfter die Freeride Abfahrt im Vallee Blanche in Chamonix gemacht, das wäre für mich auch ein Must-Do, so lange der Gletscher noch überhaupt befahrbar ist.

 

Was nimmst du immer mit in die Berge und warum?

Ich habe immer eine Stirnlampe und eine Regenjacke dabei, ein paar extra Müsliriegel und natürlich das Erste-Hilfe-Set. Sicher ist sicher.

Was war deine allzeit beste Anschaffung für die Berge und warum?

Mein Keller ist voller Equipment, da könnte ich mich jetzt nicht für einen Gegenstand entscheiden. Ich würde aber immer gleich zur qualitativ hochwertigeren Ausrüstung tendieren, da hat man lange Freude dran.

Was empfiehlst du Neulingen, die in die Berge gehen möchten?

Sich die richtigen Leute suchen, die ein ähnliches Level haben und ähnliche Ambitionen.

Dafür ist MMG perfekt! Und früh losstarten, auch wenn das Aufstehen schwer fällt.

Im Sommer kommen nachmittags oft Gewitter, und im Winter wird’s früh dunkel.

Und sich natürlich nicht blauäugig oder unbedarft an Touren heranwagen – Trittsicherheit z.B. will auch erstmal geübt sein.

Was ist deine größte Herausforderung in den Bergen?

Touren und Bedingungen richtig einschätzen ist gar nicht so einfach. Es passiert mir immer noch teilweise, dass ich mich zeitlich verschätze, das falsche Equipment dabei habe, oder das Wetter falsch einschätze, wie letztes Jahr am Habicht. Und dann ist da noch das Thema mit den Lawinen… davor habe ich am meisten Respekt.

Hast du dir für 2020 etwas Besonderes vorgenommen – und wenn ja, was und warum?

Ich will diesen Winter meine Freeride- und Skitouren-Skills verbessern.

Im Sommer muss ich mich mal entscheiden, ob ich Mountainbiken weiter verfolge oder das Hochtouren-Thema… man kann leider nicht alles machen.

Hast du eine Lebensweisheit, die dich immer begleitet?

Bleib dir selbst treu und hab auch mal Mut zur Lücke! Das versuche ich mir immer wieder zu sagen. Ist auch in den Bergen ein guter Wegweiser, wenn man sich in einer Tour nicht wohlfühlt oder die Bedingungen nicht gut sind.

Danke für das schöne Interview mit dir, Helen! 

 

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