Johanna Swatosch

Johanna: "Für mich sind die Berge ein Zufluchtsort um zu entspannen und runter zu kommen. Das Leben ist hektisch, der Druck, immer mobil zu sein, immer die richtigen Entscheidungen zu treffen versperrt manchmal den Blick auf das Schöne, Naheliegende.

In den Bergen werde ich wieder „geerdert“, Kleinigkeiten sind die wirklich wichtigen Dinge die dort zählen.

Mir macht es super viel Spaß mit Freunden Bergerlebnisse zu teilen, zu lachen und zu ratschen! Es gibt nichts Schöneres, als schöne Momente mit jemandem teilen zu können. Außerdem bin ich immer auf der Suche nach Herausforderungen, nach neuen Gipfel, Wegen oder Sportarten, die mich fordern. Ich denke die Berge, ob niedrige, oder hohe, zu Fuß, mit dem Bike, beim Klettern oder mit Ski, geben mir so viel, um einfach rund um glücklich zu sein!"

Du wohnst seit 2013 in München. In welchem Stadtteil fühlst du dich am meisten zuhause und warum?

Ich wohne seit 4 Jahren in München, um genauer zu sein in Schwabing. Es heißt ja, dass München die nördlichste Stadt Italiens ist und das empfinde ich auch so! Das Leben findet einfach draußen statt! Ob in Parks, Cafés, an der Isar oder auf den schönen Plätzen mitten in der Stadt. Die Münchner sind aktiv,

Spätestens am Freitag muss ich dann aber trotzdem raus aus der Stadt, stetig auf der Suche nach schöne Gipfeln, Touren oder Routen!

Was ist dein Lieblingsort in München und warum?

Einer meiner Lieblingsorte ist im Nordteil des Englischen Gartens. Ein Platz im Grünen, wo man entspannen und in die Isar hüpfen kann. Dort kann man dem hektischen Leben in München entfliehen und die Natur genießen.

Wo trifft man dich auf keinen Fall?

Am Wochenende am frühen Abend auf der A99 Richtung München.

Erzähle uns von deiner ersten Erinnerung an die Berge! Weißt du noch, wann du das allererste Mal in den Bergen warst und was du da gemacht hast?

Eine Erinnerung aus meiner Kindheit war ein Familien Urlaub in Südtirol. Ich war überhaupt nicht am Wandern interessiert, habe nicht verstanden, warum ich irgendwo rauflgehen soll, nur damit ich dann wieder runterlaufen muss.

Ich habe mich einfach am Weg hingesetzt und bin nicht mehr weitergegangen. Große Familiendiskussion mit dem Ergebnis, dass ich nicht mehr mitmusste. War für alle besser so.

Meine Leidenschaft für alles rund um Bergsport entdeckte ich erst deutlich später.

Was bedeuten die Berge für dich?

Was Berge für mich bedeuten, habe ich eigentlich erst bemerkt, als ich von ihnen wegen meines Studiums weggezogen bin. Ich bin am Schliersee aufgewachsen und die Berge waren einfach schon immer da.

Wie besonders das alles ist, und wie glücklich man dafür sein kann, in so einer Region aufzuwachsen, bemerkt man erst, wenn man es nicht mehr hat.

Die Freiheit, die Ruhe, Landschaft und die Möglichkeit Stress und negative Gedanken in positive Energie umzuwandeln.

Berge geben mir die Möglichkeit mich zum einen neuen Herausforderungen zu stellen und zum andren, gemeinsam mit Freunden viele schöne, einzigartige Momente genießen und teilen zu können.

Was machst du in den Bergen am liebsten und warum?

Sobald der erste Schnee liegt, oder zumindest genügend, um mit den Steinski loszudüsen, bin ich von November bis April beim Skitourengehen.

Die Kombination aus schweißtreibendem Aufstieg, oder gemütlicher Ratschtour und Abfahrt macht mir super viel Spaß!

Du bist immer draußen in der Natur, weg von der Piste, weg von den Menschenmassen, immer mit einem schönen Ausblick.

Im Sommer ist das Rad mein liebster Begleiter (MTB und Rennrad), das Kletterfieber hat mich seit Neuestem auch gepackt, beim Trailrunning und Wandern kann ich mich besonders nach einem stressigen Arbeitstag gut entspannen und abreagieren.

Das Besondere an Bergtouren ist die Vielseitigkeit: jedes Mal sind Bedingungen, Wetter und Tourenpartner, Gespräche und Eindrücke anders, das zufriedene Gefühl danach ist immer gleich.

Die vielfältigen Möglichkeiten am Berg machen jede Tour zu einer Einzigartigen. Das empfinde ich auch als Privileg, so viele Möglichkeiten zu haben!

Wo ist dein Lieblingsspot in den Bergen?

Für mich ist es schwer, eine Lieblingstour oder –ort zu definieren. Für mich kann die Feierabendtour mit dem MTB genauso toll sein, wie eine Skitour mit Neuschnee.

Was machen die Touren besonders? Sind es die Gipfel, die Bedingungen, die Aussicht, die alpinistische Herausforderung oder Freunde die eine Tour besonders machen?

Ich glaube es ist von allem etwas, und besonders eine Mischung aus all diesen Attributen machen jede Bergtour zu einer einzigartigen. Nach einer schönen Tour bin ich einfach glücklich und ausgewogen.

Das Gefühl, etwas erreicht zu haben, oder einen sonnigen Tag mit einer Freundin auf Skitour erleben zu können, macht jedes Bergerlebnis so schön!

Von wo hat man deiner Meinung nach die schönste Aussicht?

Ich finde einen der schönsten Aussichten hat man auf meinem Hausberg, der Brecherspitz, mit Blick auf Schliersee und Spitzingsee. Das Schöne liegt manchmal direkt vor der Haustür!

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Was ist dein liebstes Berg-Foto zur Zeit und warum?

Eines meiner Lieblingsbilder ist im letzten Frühjahr in den Lyngen Alps entstanden.

Ich war mit einer Freundin eine Woche mit dem Schiff unterwegs und wir konnten jeden Tag bei tollstem Wetter super Skitouren gehen.

An diesen Urlaub muss ich oft denken, denn das tiefe Glücksgefühl, so etwas Tolles erleben zu können, rückt das ein oder andere Problemchen unserer Gesellschaft wieder ins richtige Licht.

Solche Reise und Momente sind nicht für das perfekte Foto, sondern einfach poetisch ausgedrückt „Balsam für die Seele“.

Welche Tour muss man unbedingt gemacht haben und warum?

Ein Klassiker im Sommer ist der Jubiläumsgrat: die Gratüberschreitung von der Zugspitze zur Alpspitze. Die Kletterei entfernt vom Trubel auf der Zugspitze und ein spektakulärer Ausblick machen diese Tour zu etwas sehr Besonderem!

Eine Winter Tour die ich vor kurzem gegangen bin und die sich zu einer meiner Lieblingstouren mausert, ist die Birkkarspitze im Karwendel.

Erst mit dem Bike ins Karwendeltal, dann weiter mit den Tourenski und oben mit kleiner Kletterei am Gipfelgrat bietet diese Tour alles, was das Bergsteigerherz sich wünscht!

Belohnt wird man mit einem spektakulären Ausblick ins Karwendel, Wetterstein Gebirge, den Lalidererwänden, bis hinaus in die Zillertaler und Stubaier Alpen.

Die Kombination aus Mountainbike, Skitour und leichter Kraxelei erfordert Fitness und Bergerfahrenheit und wird am besten mit einem groooßen Stück Kuchen belohnt!

Was nimmst du immer mit in die Berge (in deinem Rucksack) und warum?

Niemals ohne Früchtchen! (dieses Fruchtmus zum Quetschen).

Perfektes Packmaß, lecker, optimale Konsistenz und der Fruchtzucker gibt schnelle Energie. Am Berg brauche ich einfach viel Energie und ohne Mampf kein Dampf!

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Was empfiehlst du Neulingen, die in die Berge gehen möchten?

Klein anfangen! Such dir schöne, überschaubare Touren mit wenig Höhenmetern, dafür mit einem schönen Ziel und einer netten Hütte aus.

Es gibt keine bessere Belohnung als einem leckeren Kuchen auf einer Alm!

Deine Fitness und Erfahrung werden mit jeder Tour besser, aber überfordere dich nicht mit zu ambitionierten Zielen, das frustriert nur.

Gerade auf langen Touren, bei denen es mir vielleicht auch mal nicht so gut geht, besinne ich mich auf das Positive des Moments.

Allein das Glück jetzt gerade draußen und gesund zu sein, und die Möglichkeit zu haben, meine Zeit in den Bergen verbringen zu können, haben nur ganz wenige Menschen.

Was ist deine größte Herausforderung in den Bergen?

Ich würde mich jetzt nicht unbedingt als sehr verbissen und ehrgeizig beschreiben, aber ich bin schon auf der Suche nach Herausforderungen und strebe danach, mich zu verbessern.

Für mich sind höhere Berge eine Herausforderung, da mein Herz schon recht früh (also tief) anfängt zu rasen. Und wenn meine Pumpe erst mal auf Turbo läuft, wird jeder Höhenmeter auf einmal zur Höchstanstrengung.

Auch beim Klettern gibt es viele Momente, ich denen ich Angst habe, und ich mich überwinden muss, den nächsten Zug zu machen. Aber das Gefühl, über sich hinauszuwachsen und sich überwunden zu haben, ist einfach unbeschreiblich schön!

Hast du dir für 2017 etwas Besonderes vorgenommen – und wenn ja, was und warum?

Ich habe viele Bergträume, Reiseziele und Projekte, die ich gerne realisieren möchte! Gleichzeitig bin ich mir bewusst, dass ich mich glücklich schätzen kann, dass ich schon so viele schöne Momente und Reisen erleben durfte.

Mich reizen besonders Reisen, in denen ich neue Kulturen entdecken und diese mit meiner Leidenschaft rum ums Thema Berg verbinden kann.

Als Nächstes steht der Iran zum Skitourengehen für mich auf dem Plan! Ich bin gespannt auf die Menschen und Kultur dort, ich habe bisher nur Positives gehört.

Mein Ziel wäre die Besteigung des Damavand (5.610m), wenn ich meine Schnappatmung in den Griff bekomme….

Mit der Höhe hatte ich bisher immer Schwierigkeiten, aber da muss ich durch! Ich freue mich auf die persische Kultur, Natur und natürlich auf viele Skitouren!

Hast du eine Lebensweisheit / Motto / Spruch, die dich immer begleitet?

"Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist."

-Henry Ford

Liebe Johanna, vielen 💙-Dank für das Interview mit dir! Nach deiner widerwilligen Kindheitserfahrung bist du mittlerweile ja nicht mehr aufzuhalten 🙂 Mach unbedingt weiter so, deine Fotos sind sagenhaft. Du inspirierst durch deine Bewusstheit und Dankbarkeit für die tollen Momente, die wir alle am Berg erleben dürfen. 

Vielen Dank DAFÜR!

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