Hochtour Dom (4.545m) | Mittelschwere Tour in den Walliser Alpen

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Melanie (28), von klein auf in den Bergen, kann sich ein Leben ohne die Berge nicht vorstellen. Sie ist Sommer wie Winter unterwegs und das am liebsten weit oben: In diesem Jahr hat sie sich vorgenommen, die höchsten Gipfel von Slowenien und Lichtenstein zu erklimmen, um so die Seven Summits der Alpen vollständig zu machen.
Seitdem ich das erste Mal vor 3 Jahren einen 4000er in der Schweiz bestiegen habe, träumte ich davon, wieder dorthin zu fahren.

Nun ist es endlich so weit. Zusammen mit meinen besten Bergbuddies, Katharina und meinem Bruder Christian, geht es zu einer Hochtour auf den Dom, den höchsten in der Schweiz liegenden Berg.

Hochtour Dom: Steckbrief

  • Anfahrt: ca. 7 Std. von München
  • Ausgangspunkt: Randa (1408m) im Mattertal
  • Stützpunkt: Domhütte SAC (2940m), Tel. 00 41/(0)27 9 67 26 34
  • Höhenmeter: 3200hm gesamt
  • Dauer für den Aufstieg: ca. 4,5 Std. zur Hütte; ca. 7 Stunden zum Gipfel über den Normalweg
  • Schwierigkeit: Mittelschwere Tour in hochalpinem, kombiniertem Gelände;
    Erfahrung in hochalpinem Gelände, sowie sicherer Umgang mit Seil, Pickel und Steigeisen sind Voraussetzung; kurze Kletterei Schwierigkeit II; im Firn oder Eis zum Teil 45 Grad steil; gute Akklimatisierung notwendig
  • Beste Jahreszeit: Mitte Juli bis Ende August

Anreise und Akklimatisierung

Nach unserer langen Anreise übernachten wir in einer Ferienwohnung im Mattertal, wiederholen die Spaltenbergung auf der Terrasse und steigen zur Akklimatisierung auf das Zermatter Breithorn (4164m).

Aufstieg zur Domhütte

Am nächsten Morgen starten wir unsere Tour in Randa. Mehrere Wege führen von dort aus zur Domhütte. Dennoch lassen wir es uns nicht entgehen über die „längste Fußgängerhängebrücke der Welt“ zu gehen.

Der Aufstieg zur Domhütte ist unglaublich schön – mit Blick auf das Weisshorn, das Matterhorn, die Steinböcke und die schönen Blumen.

Wir genießen den Nachmittag auf der Hütte, lassen uns vom Hüttenteam kulinarisch verwöhnen und bereiten alles für den Gipfeltag vor.

Mit meinem Bruder war ich erst im Frühjahr auf Skihochtour auf einem 4000er, daher ist er recht entspannt was die Höhe angeht. Für Katharina jedoch wird der Dom der erste 4000er, und dann auch noch ein recht ordentlicher. Somit ist auch klar, dass bei ihr allmählich die Aufregung steigt.

Wir gehen zeitig ins Bett und versuchen ein paar Stunden Schlaf zu bekommen. Um 3 Uhr heißt es aufstehen und frühstücken – Abmarsch um 3:30 Uhr.

 

Aufbruch zur Hochtour

Im Schein der Stirnlampen machen wir uns auf den Weg. Nach zirka 30 Minuten verlassen wir den Fels, seilen uns an und setzen die Tour auf dem Gletscher fort.

Aufstieg zum Festijoch

Kurz vor Sonnenaufgang erreichen wir die Kletterpassage am Festijoch (3723 m). Je nachdem, wie die Verhältnisse sind, stellt dieser Abschnitt die schwierigste Stelle der Tour dar. Glücklicherweise läuft es für uns gut! Mit Hilfe der gebohrten Haken sichern wir uns und klettern auf das Festijoch.

Die Gletscherpassage

Nach dem Festijoch steigen wir ein Stück ab und folgen dem sehr sehr langen Weg dem Dom entgegen. Die meisten Spalten sind noch mit Schnee bedeckt – und dennoch sind sie da. Deshalb sind wird vorsichtig und achten aufeinander.

Mit jedem Schritt wird es anstrengender und wir haben das Gefühl in „Zeitlupe“ zu laufen – Westalpentempo. Die Höhe macht sich bei Katharina inzwischen mit Kopfschmerzen bemerkbar.

Die Route führt uns in weitem Bogen um die gefährlichen Séracs herum, bis wir schließlich die Sonne erreichen und oberhalb der Gletscherabbrüche weiter zum Gipfel aufsteigen.

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Der Dom-Gipfel ist nah

Zum Ende hin wird es immer steiler und anstrengender, jeder Schritt kostet Überwindung. Trotzdem: jeder einzelne Schritt ist es wert. Auch Christian hat mittlerweile Kopfschmerzen.

Nach zirka sieben Stunden ist es endlich so weit: wir haben es geschafft! Vor uns befindet sich das Gipfelkreuz des Doms. Überglücklich kann ich meine Freudentränen nicht zurückhalten. Es ist eine Sache einen 4000er zu besteigen. Aber mit meinen Bruder und der besten Freundin auf dem höchsten Berg der Schweiz zu stehen, ist nochmal eine ganz andere Sache.

Wir gönnen uns einen Augenblick auf dem Gipfel, bestaunen das Panorama, genießen den Moment und machen uns schließlich wieder auf dem Rückweg. Denn der Gipfel gehört einem erst, wenn man wieder heil im Tal angekommen ist.

Weitere Tourentipps findest Du in unserer speziellen Tourentipp-Rubrik.

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