Constanze Haas

Constanze ist 27 und kommt ursprünglich aus dem schönen Bad Tölz. Sie ist Lehrerin und somit beruflich recht eingespannt, versucht aber, jeden freien Tag in den Bergen zu verbringen.

Connie hat keinen Blog und auch keine Ambitionen, der nächste Instagram-Hit zu werden, sondern nutzt diese Plattform vielmehr dazu, ihre Bergabenteuer für sie selbst festzuhalten, sich inspirieren zu lassen und Gleichgesinnte kennenzulernen. Willkommen bei den Munich Mountain Girls, liebe Connie!

Du wohnst seit 2009 in München. In welchem Stadtteil fühlst du dich am meisten zuhause und warum?

Ich habe schon in einigen Münchner Stadtteilen gewohnt (Maxvorstadt, Schwabing-Nord, Thalkirchen, Isarvorstadt), aber am meisten habe ich mich in Thalkirchen wohlgefühlt.

Ich komme aus einer Kleinstadt im ländlichen Oberbayern und in Thalkirchen habe ich mich wie zu Hause gefühlt, weil es einmal ein eigenes kleines Dörfchen war, erst später in die Stadt München eingemeindet wurde und man das immer noch sieht – es gibt einen Dorfplatz mit Kirche, viele alteingesessene Familien, eine traditionelle Dorfwirtschaft.

Gleichzeitig ist man aber richtig nah an der Stadt und kann das Großstadtfeeling genießen, wann immer man Lust drauf hat – nur vor der eigenen Haustür geht es ruhig und beschaulich zu. Und man hat die Isar direkt vor der Nase!

Mittlerweile wohne ich am Gärtnerplatz und auch hier gefällt es mir wahnsinnig gut – und der Nähe zur Isar bin ich treu geblieben 🙂

Was ist dein Lieblingsort in München und warum?

Mein Lieblingsort in München ist die Isar. Für mich ist die Isar Grund Nummer Eins, warum München eine so lebenswerte Stadt ist.

Keine Großstadt in Deutschland hat einen Fluss, der auch nur annähernd so schön und so sauber ist, so schön natürlich und grün ist, in dem man die Forellen an einem vorbeischwimmen sehen kann und in dem man sich einfach treiben lassen kann.

Mein zweiter Lieblingsplatz ist die Hackerbrücke im Sommer beim Sonnenuntergang 😉 Ein grandioser Platz zum Bier trinken und den Tag zu Ende gehen zu lassen.

Wo fühlst du dich in München den Bergen am nächsten?

Den Bergen am nächsten fühle ich mich auf dem Vorhoelzer-Forum auf dem Dach der TU, weil man da so eine schöne Aussicht auf die Berge hat. Die Aussicht von der Flushing-Meadows-Bar ist auch richtig toll.

Wo trifft man dich auf keinen Fall?

Beim Shoppen in der Kaufingerstraße an einem Samstag 😀

Erzähle uns von deiner ersten Erinnerung an die Berge! Weißt du noch, wann du das allererste Mal in den Bergen warst und was du da gemacht hast?

Hmm, meine ersten Erinnerungen an die Berge verschwimmen alle etwas. Meine Eltern selbst sind in direkter Nähe zu den Bayerischen Voralpen und zum Karwendel aufgewachsen und haben mich (und meine Schwester) sobald es ging auf kleinere und später auch größere Touren mitgenommen.

Was bedeuten die Berge für dich?

Berge sind für mich Orte der Sehnsucht und der Zuflucht; die Berge machen jeden Tag zu etwas Besonderem, ein Tag in den Bergen ist wie ein kleiner UrlaubBalsam für Körper und Geist.

In den Bergen suche ich das Abenteuer und wachse über mich selbst hinaus – gleichzeitig lerne ich dort auch eine ganz neue Bescheidenheit kennen.

Was machst du in den Bergen am liebsten und warum?

Am liebsten mache ich Bergtouren, die mich an die Grenzen meiner körperlichen Kraft bringen, die mich mit einer grandiosen Aussicht belohnen, die abgelegen von der Zivilisation sind.

Wo ist dein Lieblingsspot in den Bergen?

Auch die Frage find ich wahnsinnig schwierig zu beantworten. Wenn ich mich auf einen Ort festlegen müsste, dann wäre es der wunderschöne Sylvensteinsee.

Der ist zwar nicht direkt „in“ den Bergen, aber doch in unmittelbarer Nähe von vielen großartigen Karwendelgipfeln, sodass man eine Bergtour dort wunderbar ausklingen lassen kann, die Aussicht auf die nahen Berge genießen kann und bei der Wasserwacht ein Radler für 1,20€ kaufen kann 😉 GEHEIMTIPP! 🙂

Außerdem habe ich jeden Sommer meiner Kindheit dort verbracht, an keinem Ort fühle ich mich so vollends entspannt und glücklich.

Von wo hat man deiner Meinung nach die schönste Aussicht?

Puuh, schwierig. Ich finde die Aussicht von der Rappenspitze im Karwendel ganz großartig. Der Aufstieg ist zwar nicht besonders schwierig, aber der Gipfelaufbau hat eine imposante Form und vom Gipfel aus hat man eine tolle Aussicht auf die Klassiker unter den Karwendelgipfel – Lamsenspitze, Sonnjoch, Gamsjoch, und so weiter und so fort.

Was ist dein liebstes Berg-Foto zur Zeit und warum?

Mein Lieblingsfoto zurzeit ist aus dem Inneren unseres Zeltes aufgenommen und zeigt die Morgenstimmung am Mt. Sebastopol mit Blick auf den Aoraki/Mt. Cook in Neuseeland.

Die Stimmung ist friedlich und entspannt, die Aussicht ist atemberaubend schön. Das Gefühl, ganze Tage und Nächte gänzlich in einer so wunderbaren Natur zu verbringen, völlig darin zu versinken und aufzugehen, das ist unbeschreiblich und das Foto erinnert mich daran.

Welche Tour muss man unbedingt gemacht haben und warum?

Es muss nicht immer das höchste, anspruchsvollste und krasseste sein – die tollsten Bergerfahrungen für mich waren in den letzten Jahren Gipfelübernachtungen unter freiem Himmel.

So ganz allein mit den ersten Sonnenstrahlen am Berg aufzuwachen, ist eine Erfahrung, die ich nie vergessen werde.

Wandertouren Voralpen Bayern

Empfehlenswert ist für eine solche Tour ist zum Beispiel das Hochalmkreuz bei Lenggries, ein richtiger Klassiker.
Wichtig bei solchen Touren ist aber: Die Natur respektvoll behandeln, keinen Müll zurücklassen und kein offenes Feuer machen! Daran halten sich leider viel zu viele nicht.

Im Winter schaffe ich leider nicht ganz so viele Bergtouren, aber letztens war ich erst auf dem Unnütz am Achensee – ein grandioser Berg, beeindruckende Ausblicke auf Achensee und Karwendel, ein Aufstieg durch einen märchenhaften Winterwald und ein Gipfelsturm durch Windböen und Eiseskälte, der dem Ganzen schnell den Anschein einer Hochtour verliehen hat – bei der Tour war wirklich alles dabei!

Was nimmst du immer mit in die Berge (in deinem Rucksack) und warum?

Immer dabei hab ich ausreichend Proviant, ein Shirt zum Wechseln, eine Regenjacke, einen Buff (falls es mal windig ist), eine Karte, ein Erste-Hilfe-Set und eine Stirnlampe.

Was war deine allzeit beste Anschaffung für die Berge und warum?

Puh, schwierig. Meine besten Anschaffungen waren wohl eine Klettersteigausrüstung von Salewa für einen unschlagbaren Preis im Sale und ein Daunenschlafsack von Cumulus für meine Mehrtagestouren in den Bergen Neuseelands.

Was empfiehlst du Neulingen, die in die Berge gehen möchten?

Gebt nicht unnötig viel Geld für teure Outdoor-Ausrüstung aus – nur an den Schuhen solltet ihr nicht sparen!

Informiert euch vorher, wie lange eine Tour ungefähr dauert und nehmt euch Karten zur Orientierung mit.

Seid respektvoll im Umgang mit anderen Wanderern, grüßt einander (!) und haltet euch an Bergfexen mit mehr Erfahrung, um Tips und Tricks und lustige Geschichten am Berg zu lernen 😉

Und am wichtigsten: Immer den Müll wieder vom Berg mit runter nehmen!

Was ist deine größte Herausforderung in den Bergen?

Die größte Herausforderung für mich ist die Geduld und das Genießen. Oft bin ich so aufgeregt und motiviert auf einer Bergtour, dass ich ganz vergesse, mir auch mal stille Momente der Ruhe zu gönnen, in denen icheinfach nur die Aussicht genieße und den Moment im Gedächtnis festhalte.

Hast du dir für 2017 etwas Besonderes vorgenommen – und wenn ja, was und warum?

Für 2017 habe ich mir vorgenommen, endlich eine richtige Hochtour zu gehen und ein paar klassische Gipfel wie den Watzmann zu erklimmen.

Außerdem hat mir mein Papa vor Jahren versprochen, dass er mit mir auf die Lamsenspitze geht – bis jetzt habe ich mir den Gipfel für ihn aufgehoben und für das nächste Jahr gedenke ich, die Tour endlich mit ihm anzupacken!

Hast du eine Lebensweisheit / Motto / Spruch, die dich immer begleitet/n?

Meine Lebensweisheit ist ein Gedicht von Goethe:

Willst du immer weiter schweifen?
Sieh, das Gute liegt so nah.
Lerne nur das Glück ergreifen:
Denn das Glück ist immer da.

Für mich steht es für die Erkenntnis, dass man nicht immer um die Welt reisen muss, um tolle Erlebnisse und große Abenteuer zu sammeln, sondern dass das Beste manchmal vor der eigenen Haustür liegt.

Liebe Connie, vielen 💙-Dank für das Interview mit dir! 

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