Die erste Bergtour mit Baby: Munich Mountain Baby Anton unterwegs

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Sandra (32), frischgebackene Mama eines kleinen Bergfex und angehende Ärztin. Die Münchnerin geht am liebsten Bergsteigen, Mountainbiken und Skitouren. Nun gilt es, die Berge mit ihrer Familie von einer neuen Seite kennenzulernen.

 

"Sogar Rucksack packen folgt einer völlig neuen Logik."

Sandra hat ihre erste Bergtour mit Baby unternommen.

In ihrem Bericht zeigt Sandra, was es bei der Tourenplanung mit Baby zu beachten gilt, beantwortet einige Fragen zum Thema Bergtour mit Baby und gibt einen persönlichen Einblick in die Tour.

Ich bin bergnarrisch! Jetzt plane ich meine erste Bergtour mit Baby! Bislang war ich am liebsten auf Bergtouren, Skitouren und über 3.000 Höhenmetern unterwegs. War der Abstieg im Sommer zu lang, habe ich das Mountainbike zu Hilfe genommen. Doch seit Munich Mountain Baby Anton da ist, heißt es adé schwere Touren und hallo kleine, babyfreundliche Touren.

10 Wochen nach der Geburt war es Zeit für die erste Bergtour mit Baby. Anton war locker alt genug für den ersten kleinen Berg und auch ich wieder ausreichend fit. 5 Monate waren seit meiner letzten Wanderung vergangen. Zu dem Zeitpunkt war ich im 7.Monat schwanger und es war recht mühsam.

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Vorbereitung und Tourenplanung für die erste Bergtour mit Baby

Die erste Herausforderung bei der Tourenplanung mit Baby: Mit „Minitouren“ kannte ich mich bis dato nicht aus. Dafür waren mir die Anfahrten zu lang. Ich konnte nicht auf meine Erfahrungen und bekannten Gebiete zurückgreifen und musste mich komplett neu orientieren in unseren schönen Voralpen.
Ging es bei der Tourenplanung früher noch darum, wo das schönste Gipfelkreuz steht, man den besten Ausblick hat oder einsames Gipfelglück findet, waren jetzt ganz andere Sachen wichtig. Ich wollte für alle Eventualitäten gerüstet sein und setzte meine Prioritäten neu!

Bei der Tourenauswahl kamen gleich mehrere Fragen auf:

  • es sollten nicht zu viele Höhenmeter sein
  • Forststraße wäre toll
  • eine Hütte soll das Ziel sein

Also alles anders als früher.

Ich war mir nicht sicher, wie viele Höhenmeter ich schaffe, wenn ich das Baby tragen muss – meine Fitness war ja auch nicht mehr die Beste.

Eine Stunde gemütlich bergauf laufen war also unser zeitlicher Rahmen, das sind ca. 300hm und auch für den Kleinen wäre das nicht zu viel.

Forststraße sollte es sein, da ich vor allem beim Bergablaufen etwas tollpatschig bin und gern mal umschnackl oder ausrutsche. Auch das wollte ich vermeiden 😊

Unser Ziel sollte ein Hütte sein – zum Stillen, Wickeln und Pause machen, da es zu der Jahreszeit recht frisch war.

In der näheren Umgebung von München hatten wir uns die Tregler Alm, Frasdorfer Hütte oder Doagl Alm näher angeschaut. Die Tregler Alm ist es letztlich geworden, weil wir dorthin die kürzeste Anfahrt hatten.

Rucksack packen für die erste Bergtour mit Baby - eine völlig neue Logik

Auch Rucksack packen folgt bei einer Bergtour mit Baby einer völlig neuen Logik. Benötigt werden:

  • Wickelutensilien
  • ein neues Outfit für Mama und Baby (man schwitzt beim Tragen doch ein klein wenig)
  • ein warmer Tee für den akuten Hunger-Notfall
  • ein zweites Tragesystem
  • Sonnenschutz-Buff für den Zwerg
  • Plastikbeutel für benutzte Windeln
  • … und und und

Rucksack packen am Vortag kannte ich bis jetzt nur, wenn es noch in der Nacht in die Berge losging.

Die erste Bergtour mit Baby – So war es  

Dann war endlich Sonntag und wir konnten nach langer Bergpause losstarten. Meine letzte Wanderung war schon gut 5 Monate her, zu dem Zeitpunkt war ich im 7. Monat schwanger und es war recht mühsam.
Um es vorwegzunehmen, Berggehen ist wie Radlfahren, das verlernt man nicht. Es war bei Weitem nicht so anstrengend wie gedacht und so sind wir beim Aufstieg noch weiter bergauf gegangen, bevor es dann Brotzeit auf der Hütte gab.

Auch Munich Mountain Baby Anton hat seine erste Bergtour durch das bayerische Voralpenland bestens gemeistert – er hat sie komplett verschlafen! Sogar die Brotzeit.

Auf dem Heimweg gab einen kurzen Zwischenstopp im Winklstüberl, Kuchen für uns und eine frische Windel und ebenfalls Futter für den Kleinen.

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Unser Fazit nach der ersten Bergtour mit Baby

Wir lieben „Minitouren“, weil ALLES einfach nur schön ist, wenn man es mit seinem Kind erleben kann.

Ich dachte, es würde mir schwerer fallen, auf meine alpinen Erlebnisse vorerst verzichten zu müssen, aber ich vermisse absolut gar nichts.

Fragen, die ich mittlerweile beantworten kann

Kann ich mit einem kleinen Baby auch alleine wandern gehen?

Da ich gerne und beim Wandern ausschließlich im Tuch trage, stellte sich die Frage, ob ich den Rucksack anständig aufschnallen kann, weil das Tuch ja hinten gebunden und geknotet wird.

Ja, natürlich geht das. Man muss das Tuch nur etwas weiter unten knoten und den Rucksack höher schnallen. Bequem ist es allerdings nicht.

Was ist, wenn ich unterwegs Pipi muss?

Baby auswickeln und ins Gestrüpp legen? Im Sommer wäre das nicht so sehr das Problem, aber bei Nässe, Kälte und Schnee? Oder Szenario mit Toilettengang auf einer Hütte:  Wohin mit dem Zwerg?

Wenn das Tuch ordentlich gebunden ist und man etwas Übung hat, geht das alles, ohne das Baby auswickeln zu müssen. Einfach zuhause "trocken" üben... 😉

Bergtour mit Baby: Unsere Pläne für die nächsten Monate

Im Winter wollen wir wieder auf Skitour gehen. Mit Baby versteht sich. Aber auch hier wird alles anders werden. Wir werden Touren raussuchen, bei denen einer von uns mit Kind sicher und mithilfe der Gondel ins Tal zurückkommt. Da es mir sowieso mehr ums bergauf gehen geht, als ums bergab, verzichte ich gerne darauf und lasse meinem Mann den Vortritt bei der Abfahrt.

Was davon sich demnächst noch verwirklichen lässt, steht in den Sternen. Aktuell bin ich den letzten Zügen meines Medizinstudiums: Staatsexamen und Doktorarbeit stehen an. Hoffen wir, dass ich bis April nicht nur am Schreibtisch sitze, sondern viel in den Bergen unterwegs bin.

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Sandra Niedermeier

Munich Mountain Girl
Sandra (32), frischgebackene Mama eines kleinen Bergfex und angehende Ärztin. Die Münchnerin geht am liebsten Bergsteigen, Mountainbiken und Skitouren. Nun gilt es, die Berge mit ihrer Familie von einer neuen Seite kennenzulernen.

Sandra auf instagram:

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