Innsbrucker Panorama Klettersteig

munichmountaingirls-katharina-steglegger
Katharina (39), selbstständig, wohnt seit 20 Jahren in München. Das aus dem Salzkammergut/Österreich stammende Munich Mountain Girl lebt und beschreibt ihre Liebe zu den Bergen auf ihrem eigenen Blog.

 

"Nirgends lässt sich urbanes Citylife so schön mit alpinen Bergvergnügen verbinden wie in Innsbruck"
Weil Munich Mountain Girls nunmal lieber oben am Gipfel stehen als unten in der Stadt zu shoppen, ging es Ende September für mich und Marlene mit der Nordkettenbahn nach oben, um auf
Einladung des TVB den Innsbrucker Panorama Klettersteig (Teil 1, die Hannes-Gasser-Route) zu begehen.

Wissenswertes zum Innsbrucker Panorama Klettersteig

  • Die „Kleine Runde Hafelekar“ (Teil 1 des Klettersteigs) führt vom Hafelekar auf 2.256m über die Nordkette zum Langen Sattel (2.258m)
  • der Abstieg geht über den Schmidhubersteig zurück zur Seegrube.
  • Schwierigkeitsgrad B/C
  • insgesamt mit einer beachtlichen Länge von 3 km.
  • Da fallen die 500hm kaum ins Gewicht - rund 5 Stunden insgesamt sollte man rechnen!
  • Einziger Abstieg im Klettersteig nur nach Teil 1 möglich (!)
Vor allem im Herbst trifft man auf der Nordseite des Klettersteigs oft auf ungute, rutschige Schneereste.

Die Vorderseite der Nordkette ist durch die Süd-Exposition und dank Sonne meist schneefrei. Aber
im Herbst ist ein etwas späterer Start am Vormittag sinnvoll.
Zum Glück haben wir einen Innsbrucker Local - Bergführer Matthias Bader dabei - der kennt das Gebiet und seine Gefahren. Wir einigen uns mit Matthias darauf, den Steig erst auf Vereisung/Schnee zu checken und gegebenenfalls sofort nach dem Einstieg wieder retour zu gehen und abzusteigen.

Innsbrucker Panorama Klettersteig - der Einstieg

Den Einstieg erreicht man von der Hafelekar Bergstation in 5 Minuten - wenn einem nicht schon jetzt das Panorama und die Fotostopps die Zeit stehlen.
An der Geierwally-Hütte vorbei, rein in die Ausrüstung, Helm auf, Partnercheck und los gehts!
Das steile Einstiegswandl (Kat. C) fordert direkt und macht Lust auf mehr.
Wer allerdings hier schon Probleme hat, für den ist der Steig nicht empfehlenswert.
Für Marlene und mich ist es prima und wir absolvieren die Passage gut. Zwar geht es einfacher weiter - aber alleine schon durch seine gewaltige Länge darf man sich bei diesem Klettersteig keine Selbstüberschätzung leisten. Das gilt sowieso für jeden Steig, und hier nochmal ganz besonders. Alles andere ist schlicht und einfach nur gefährlich!

Innsbrucker Panorama Klettersteig - zur Seegrubenspitze (2.350m)

Weiter über einen leicht gestuften Grat bergauf zur Seegrubenspitze. Trittsicherheit ist hier gefragt, für die ausgesetzten Passagen ist Schwindelfreiheit absolut nötig.
Der Ausblick ist gewaltig: links vom Inntal über die Stadt, geradeaus ins Wipptal, dann rechts übers Stubai, ... hinter uns das mächtige Karwendelgebirge. Und diese Aussicht haben wir stundenlang, einfach wahnsinnig schön.
Von der Seegrubenspitze steigen wir kurz ab, gefolgt von einer ungesicherten Gehpassage. 
Der Wiedereinstieg in den Klettersteig erfolgt auf einer Kuppe, der direkt ein plattliger Grat folgt.

Innsbrucker Panorama Klettersteig - zum Kemacher  (2.480m)

Wir gehen nun hoch bis zur Östlichen Kamin Spitze (2.435m). Zum Teil warten hier steile Abstiege und Aufstiege in Spalten (C-Passage) auf uns.
Zur Abwechslung geht es über eine Hängebrücke weiter - stetig Auf und Ab.
Zwischendrin sind immer wieder einfache A/B Gehpassagen, die geradezu verleiten, sich dafür nicht einzuklinken.
Ein kurzer Fehltritt oder ein Ausrutscher würde aber garantiert den Absturz bedeuten.
Nach drei Stunden Gehzeit werden solche vermeintlich „einfachen“ Stellen oft unterschätzt. Die Konzentration gerade jetzt aufrecht zu erhalten ist unbedingt notwendig - und so anstrengend!
Vor allem die Abstiege haben es in sich. Am Gipfelkreuz des Kemacher angekommen, wird durchgeatmet und kurz pausiert.

Innsbrucker Panorama Klettersteig - Ende Teil 1 und Abstieg

Unsere Pause ist bitter nötig. Denn was folgt, ist zwar das Ende des Klettersteigs erster Teil -
aber ehrlich gesagt die Passage die am meisten Konzentration, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit fordert.
Das war uns so sicher nicht bewusst. Und wird auch nicht so klar, wenn man sich die Topografie-Karte genauer ansieht. Also: Überraschung - und das, wo man denkt, man hat es geschafft!
Besonders die nicht mit Stahlseil versicherten (rutschigen) Stellen auf der Nordseite des Grats haben es in sich.
Da hilft uns also nur:
nochmal alle Kräfte mobilisieren und langsam, vorsichtig absteigen. Zackengrat, Wiesengrat, Langer Sattel: wir haben es geschafft!
Naja, fast. Denn der weitere Abstieg zur Seegrube über den steilen Schmidhubersteig geht danach
ganz schön in die Beine.
Rutschig, geröllig - extrem kräftezehrend ehrlich gesagt. Ätzend.
Ja, auch Munich Mountain Girls fluchen da schon mal. Vor allem, wenn man plötzlich mit dem Hintern auf den Steinen aufschlägt. Und das nach nun schon vier Stunden Klettersteig... mit der Zeit im Nacken, denn wir wollen vor der letzten Talfahrt der Bergbahn noch unbedingt ein verdientes Weißbier-Cola auf der Seegrube zischen 😉

Mein Fazit

Innsbrucker Panorama Klettersteig

Ein wahnsinnig schöner aber durch seine Länge fordernder, mittelschwerer Klettersteig mit
atemberaubenden Panorama! Rundum!
Wichtig zu wissen: es gibt keine Not-Ausstiegsmöglichkeiten zwischendurch!
Tipp: mit der ersten Bahn um 9 Uhr unbedingt schon auffahren, um nicht in Zeitnot
zu kommen. Wer fit ist, gut durchzieht und noch nicht genug hat, steigt vom Langen Sattel aus
wieder auf.
Denn in Teil 2 des Klettersteigs wartet die Frau Hitt auf dich (Kat. C/D), ein Gipfel (2.270m), der einer Frau auf einem Pferd ähnlich sieht.
topo-karte-innsbrucker-panorama-klettersteig-munichmountaingirls-tourenbericht

{ Werbung | bezahlter Beitrag | die Munich Mountain Girls wurden vom Tourismusverband Innsbruck eingeladen. Unsere Meinung und persönliches Erleben der Region beeinflusst das nicht. }

munichmountaingirls-katharina-steglegger

Katharina Steglegger

Munich Mountain Girl
Die 39-jährige Journalistin ist in den Bergen aufgewachsen und mit 19 Jahren aus dem Salzkammergut nach München gezogen. Seit diesem Sommer gehört Katharina zu den Munich Mountain Girls, schreibt auch als Kontributorin von ihren Berg-Erlebnissen und lässt dich so an ihren Erfahrungen teilhaben.
Katharina auf instagram:
munichmountaingirls-logo-rund-weiß-neu.jpg
Möchtest du von neuen Tourentipps und Interviews erfahren?

Melde dich zu unserem Newsletter an 🙂

0 Comments

Leave your comment