Dana Fischer

Dana ist im Spreewald aufgewachsen und wohnt erst seit Anfang 2017 offiziell in München. Davor war sie wegen des Jobs in Ulm, aber ihr Herz schlug schon lange für München. So ist aus der Wochenendpendelei ihr Hauptwohnsitz geworden.

Die Berge waren bisher immer für die aktive Regeneration nach dem Laufen da - Dana ist nur gelegentlich auf die Gipfel gewandert.

Das wirkliche Bergfieber hat sie dann endgültig nach der Alpenüberquerung von Oberstdorf nach Meran gepackt. Und nun ist Dana fast jedes Wochenende am Erklimmen von Gipfeln - ein wahres Munich Mountain Girl also. 

Du wohnst erst seit kurzem in München. In welchem Stadtteil fühlst du dich am meisten zuhause und warum?

Eindeutig Schwabing! Die Nähe zur Innenstadt und auch gleichzeitig zur Natur lassen sich meiner Meinung nach nirgends besser verbinden.

Ich liebe es im Englischen Garten Zeit bei einem Lauf oder Spaziergang zu verbringen.

Und wenn mir die Menschenmassen zu viel werden, flüchte ich einfach in den Nordteil.

Was ist dein Lieblingsort in München und warum?

Einen Lieblingsort gibt es für mich nicht, aber überall wo ein Stück Natur vorhanden ist. Der Englische Garten, Olympiapark sowie die Isartrails zwischen Tierpark und Brückenwirt lohnen sich immer.

Ich finde ein Zitat aus der Süddeutschen Zeitung hat meine Liebe zu München ganz gut auf den Punkt gebracht:

„München ist wahrscheinlich der einzige Ort Europas, an dem zur selben Zeit Surfboards und Ski in Straßenbahnen gewuchtet werden. Keine Frage, eine Stadt, in der Wellen und Berge, Winter und Sommer gleichzeitig stattfinden können, ist eine gute Stadt.“

Wo fühlst du dich in München den Bergen am nächsten?

Für mich immer auf dem Olympiaberg. Wenn man sich den Berg nicht mit anderen Touristen teilen will, einfach schon auf den Hügel davor gehen.

Wo trifft man dich auf keinen Fall?

Auf der Feierbanane oder in irgendwelchen (versnobten) Clubs. Ich starte am Wochenende lieber zeitig Richtung Berge und nutze den Tag bevor die anderen Wanderer auf den Berg wollen. Vielleicht werde ich auch einfach alt 😉

Und: Samstags bin ich garantiert nicht in der Kaufinger Straße. Manchmal kommt es allerdings vor, dass ich es unter Woche nicht schaffe - und dann muss ich da am Wochenende durch, da verfluche ich mich häufig 😉

Erzähle uns von deiner ersten Erinnerung an die Berge! Weißt du noch, wann du das allererste Mal in den Bergen warst und was du da gemacht hast?

Konkret, könnte ich dies gar nicht sagen. Wir waren früher mit meinen Eltern öfter im Winter im Erzgebirge. Auf jeden Fall gab es dort jede Menge Schlittenfahrten und Skilanglauf.

Seitdem ich regelmäßig in München bin, war meine erste Tour am Tegernsee auf den Baumgartenschneid. Es war ein sonniger und warmer Tag. Zudem kann ich mich noch gut erinnern, wie ich bis zum Gipfel geflucht habe. Oben angekommen, war dann alles vergessen und der Ausblick sowie der spätere Abstieg ein reiner Genuss.

Was bedeuten die Berge für dich?

  • Akkus aufladen
  • Freiheit
  • Anstrengung
  • Ruhe

Letztes Jahr habe ich eine Woche auf dem E5 verbracht und dieses Jahr zehn Tage auf dem Stubaier Höhenweg inklusive der Besteigung verschiedener Gipfel.

Nach diesen Urlaubstagen war ich trotz des frühen Aufstehens so erholt wie in keinem anderen Urlaub.

Aber auch kurze Mehrtagestouren über die Wochenenden haben schon den gleichen Effekt bei mir.

Für mich sind die Berge einfach die optimale Mischung aus Sport und Entspannung. Gleichzeitig ist es eine gute Möglichkeit, um mal wieder etwas Digital Detox zu betreiben 😉

Was machst du in den Bergen am liebsten und warum?

Vorrangig Wandern und die Brotzeit auf dem Gipfel genießen!

Aber in diesem Jahr habe ich auch mal Schneeschuhwandern ausprobiert und bin auch meinen ersten Klettersteig gegangen. Ich bin mir sicher, dass dort auch noch einige Touren folgen.

Wichtig ist mir einfach, die Berge um mich zu haben, am liebsten noch bei Sonnenschein. Aber auch schlechtes Wetter hat seine Vorzüge, da man den Gipfel oft für sich alleine hat.

Zudem finde ich es auch ganz schön, höhere Berge zu erklimmen, an denen Teile seilversichert sind und man kurz vor Erreichen des Gipfelkreuzes noch einmal richtig außer Puste gerät.

Wo ist dein Lieblingsspot in den Bergen?

Den gibt es so nicht, da ich eigentlich meistens versuche, neue Touren zu erkunden und so wenige Überschneidungen wie möglich zu haben. Allgemein kann ich jedoch sagen, dass alle Touren rund um den Tegernsee immer tolle Aussichten bescheren.

Von wo hat man deiner Meinung nach die schönste Aussicht?

Auf der Alpspitze – für mich war die Aussicht von dort einfach toll. Aber auch der Monte Corrasi auf Sardinien gibt einiges her, insbesondere durch die Verbindung mit dem Blick auf die Berge und das Meer.

Was ist dein liebstes Berg-Foto zur Zeit und warum?

Auch wenn es schon vom letzten Jahr ist, das Bild auf dem Pitztaler Jöchl. Wir sind extra früh von der Braunschweiger Hütte gestartet, um den Sonnenaufgang zu erleben.

Nachdem ich schon dachte, dass wir es nicht mehr rechtzeitig schaffen, kamen wir ganz kurz davor oben an. Für mich einfach ein Gänsehautmoment! Insbesondere, da wir nur zu zweit auf dem Jöchl waren.

Welche Tour muss man unbedingt gemacht haben und warum?

Im Sommer sollte es auf jeden Fall auf die Reither Spitze gehen (Karwendel, schwarze Bergtour).

Auch wenn man sich anfangs den Weg zur Seefelder Spitze mit vielen Touristen aufgrund der Seilbahn teilt, hängt man diese in der Reither Scharte auf jeden Fall ab und kann den Gipfel mit nur weniger Leuten genießen – zumindest hatten wir das Glück.

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Im Winter gibt es für mich zwei Touren, die mich beeindruckt haben. Einmal der Hochgern im Chiemgau, insbesondere wenn man einen sonnigen Tag erwischt und nach dem Abstieg noch den leckeren Kaiserschmarrn beim Hochgernhaus genießen kann.

Und wenn es mit Schneeschuhen sein soll, dann auf den Laubenstein. Die Chiemgauer Alpen sind für Wintertouren auf jeden Fall optimal, da die Berge noch nicht so hoch sind, aber man trotzdem eine tolle Sicht hat!

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Was nimmst du immer mit in die Berge (in deinem Rucksack) und warum?

  • etwas zu trinken, eine Brotzeit und Schoki (ohne Essen – insbesondere Zucker – geht bei mir gar nichts)
  • Sony Alpha 6000 für tolle Fotos
  • Sonnencreme und Regenjacke, um für jedes Wetter gewappnet zu sein

Was war deine allzeit beste Anschaffung für die Berge und warum?

Meine Regenjacke von Arcteryx. Super schnell klein verpackt und wenn es doch zum Wetterumschwung kommt, bin ich auf jeden Fall vor dem Regen/Schnee und Wind geschützt.

Außerdem gibt es ja bekanntlich kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Ausnahmen bilden natürlich Gewitter, von denen ich bisher tatsächlich verschont geblieben bin und entweder gerade unten ankam oder schon gemütlich auf der Hütte saß.

Was empfiehlst du Neulingen, die in die Berge gehen möchten?

Viele verwechseln Wandern mit einem Sonntagsspaziergang.

Jeder, der in die Berge geht, sollte sich nicht überschätzen und erst einmal kleinere Touren in Angriff nehmen. Außerdem sollte man einen guten Wanderschuh haben und nicht den 10 Jahre alten Schuh aus dem Keller kramen. Sonst muss dieser unterwegs vielleicht mal mit Klebeband zusammengehalten werden - das durfte ich bereits bei Schuhen einer Freundin einmal erleben 😉

Was ist deine größte Herausforderung in den Bergen?

Die Tourenplanung und die Wahl zwischen all den tollen Gipfeln. Bis eine Entscheidung für das Wochenende gefallen ist, können auch schon einmal drei Tage vergehen oder die Touren werden kombiniert.

Foto: Bremer Hütte (2.413m) in den Stubaier Alpen

Hast du dir für 2017 etwas Besonderes vorgenommen – und wenn ja, was und warum?

Einiges habe ich tatsächlich schon umgesetzt. Ich wollte in diesem Jahr unbedingt eine geführte Schneeschuhwanderung und einen Klettersteig gehen.

Da ich leider absolut kein Wintersportler bin, habe ich nach einer Alternative gesucht, um auch im Winter den Bergen nah zu sein. Schneeschuhwandern gehört auf jeden Fall zu den To-Do´s der kommenden Wintersaison. Der Klettersteig stand auf der Liste, da ich gern seilversicherte Passagen hoch kraxel.

Zudem war ich das erste Mal auf einer 10-tägigen Hüttentour auf dem Stubaier Höhenweg. Aber das größte Abenteuer war wohl der Karwendelmarsch (52 km lang und Anstiege von mehr als 2.200 HM) vor zwei Wochen! Ein toll organisierter Lauf bzw. Marsch – je nachdem wie man es angeht.

Die Veranstaltung wurde von mir natürlich ausgewählt, da ich nur Gutes von der Heidelbeersuppe nach 35km gehört habe und für die hat sich auf jeden Fall jede Anstrengung gelohnt 😉

Aber natürlich auch die Herausforderung so eine lange Strecke bei toller Kulisse zu meistern.

Hast du eine Lebensweisheit / Motto / Spruch, die dich immer begleitet/n?

Nein, mit solchen Weisheiten habe ich es leider nicht so.

Liebe Dana, willkommen bei den Munich Mountain Girls! Schön, dich als ganz frische Münchnerin dabei zu haben - und noch schöner, wie du deine neu entdeckte Bergleidenschaft auslebst. Wir freuen uns auf viele gemeinsame Touren! 

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