Franziska Egger

Rennrad Tourentipps von Franziska Egger: Franzi ist am liebsten mit dem Rennrad oder wandernd unterwegs. Sie bevorzugt "roads less traveled", erkundet gerne von Rennradlern weniger befahrene Straßen oder welche, die sie auf einer Karte gefunden hat und meint, dass sie interessant aussehen. Franzi liebt es, Touren zu planen, zu recherchieren, dabei verschiedenste Karten zu studieren und ist solange glücklich, wie die Straße vor ihr steigungsprozentual betrachtet ansteigt. Wenn am Ende der Strecke dann auch noch eine kurvige Abfahrt mit engen Kehren wartet, ist sie im Himmel. Franziska schreibt gemeinsam mit dem Gründer auf arideabouttown.cc Berichte über lohnenswerte Rennrad-Touren.

Du wohnst seit deiner Kindheit im Münchner Umland. In welchem Stadtteil fühlst du dich am meisten zuhause und warum?

In den äußeren südwestlichen Stadtteilen, weil ich hier am häufigsten unterwegs bin und sich der Mix aus Stadt- und Landleben dort einigermaßen die Waage hält. Man genießt die Vorzüge der Stadt, ist aber nicht im tiefsten Großstadtdschungel gefangen. Wobei… München ist eigentlich eh ein einziges großes Dorf, oder?

Was ist dein Lieblingsort in München und warum?

Die sind dort, wo man neben dem Stadtflair genügend Natur findet, aber auch die Altstadtviertel, wo sich Museen und Galerien finden lassen. Ich bin ein Fan von Geschichte, alter Architektur und Kunst.  

Wo fühlst du dich in München den Bergen am nächsten?

Im Süden am Ammersee oder Starnberger See. Wenn ich am Ufer stehe, sich die Berge bei schönem Wetter auf dem Wasser spiegeln und einem förmlich zu Füßen liegen. 

Wo trifft man dich auf keinen Fall?

Spätnachts in Clubs und Bars. Einfach nicht meine Szene. Ich starte den Tag lieber früh und verbringe ihn draußen.

Erzähle uns von deiner ersten Erinnerung an die Berge! Weißt du noch, wann du das allererste Mal in den Bergen warst und was du da gemacht hast?

Meine Großeltern haben mich als kleines Kind immer zum Wandern in die Berge mitgenommen, mir dabei die Pflanzenwelt erklärt und gezeigt, wie schön es draußen in der freien Natur ist. Wie man dort einfach mal seine Seele baumeln lassen kann. Sie haben ihre Leidenschaft für die Berge ganz klar an mich weitergegeben.

Was bedeuten die Berge für dich? 

Zur Ruhe kommen und Zufriedenheit. Der Natur ausgesetzt zu sein, lässt mich klarer denken, es setzt alles in Relation. Einem wird bewusst, was wirklich wichtig ist — und was nicht. 

Was machst du in den Bergen am liebsten und warum?

(Renn)Radfahren und Wandern. Ich bin gerne unterwegs und mag es neue Orte zu erkunden. Beides ist also eine besondere Form des Reisens für mich, denn mit dem Rad oder zu Fuß erlebt man alles hautnah. Man legt aus eigener Kraft und je nach Laune eine bestimmte Strecke zurück und sieht verschiedene Gegenden. Manchmal weiß man nicht, was der Tag noch so bringt. Und manchmal wird ein größeres Abenteuer daraus, als gedacht.

Wo ist dein Lieblingsspot in den Bergen?

Die Dolomiten sind mein persönliches „home away from home“. Ich liebe den Ausblick, den man von der Langkofelscharte über die Seiser Alm, rüber zum Sellastock und bis hin zur vergletscherten Marmolada hat. Genauso traumhaft sind die Seen dort in der Gegend. Mit den Pässen und wie malerisch die vielen Kehren in der Landschaft liegen, fang ich besser gar nicht erst an…

Von wo hat man deiner Meinung nach die schönste Aussicht?

Nicht zwingend vom Gipfel. Ich schau zwar auch gern von ganz weit oben runter auf die kleine Welt; mindestens genauso gern schau ich aber aus den Tälern nach oben und bewundere, wie die Berge vor mir in den Himmel ragen.

Was ist dein liebstes Berg-Foto zur Zeit und warum?

Die Bilder vom Anstieg zum Tauernmoossee im Nationalpark Hohe Tauern. Die kleine Straße ist gnadenlos steil, außer uns war kaum jemand unterwegs und an jeder Kehre bot sich ein neuer atemberaubender Ausblick an. Und ganz oben… ohne Worte! An dem Tag haben wir alles richtig gemacht.

Welche Rennrad-Tour muss man unbedingt gemacht haben und warum?

1. Rifugio Monte Zugang e Caffè sul Lago di Garda – Traumtour zum abgelegenen Rifugio Monte Zugna mit anschließender Kaffeepause am Gardasee.
2. Runde über Tegernsee, Valepp und Sudelfeld – Seen, kleine Straßen, tolle Ausblicke und die Tatzelwurmstraße.
3. Die 4 Pässe Dolomitenrundedie Strecke vom Rapha Women’s Prestige Dolomites 2015 – anstrengend aber atemberaubend via Passo di Valparola, Passo Fedaia, Passo Sella und Passo Gardena (am Ende in Badia unbedingt im Maso Runch Hof einkehren).

Was nimmst du immer mit in die Berge (in deinem Rucksack) und warum?

Egal ob im Rucksack oder in den Taschen meines Trikots, die Antwort lautet: genügend zu Essen. Man weiß ja nie…

Was war deine allzeit beste Anschaffung für die Berge und warum?

Meine Rucksack-Sammlung von Tatonka und meine Apidura-Taschen fürs Rad. Egal ob Tagestour oder Mehrtagestrip, ich bin für so ziemlich alles ausgerüstet.

Was empfiehlst du Neulingen, die in die Berge gehen möchten?

Spaß haben und eigene Erfahrungen sammeln! Dabei aber stets aufmerksam sein (besonders wenn alleine unterwegs) und nichts erzwingen wollen. An manchen Tagen ist weniger mehr. Wenn man mal nicht fit genug ist, man ein schlechtes Bauchgefühl hat oder das Wetter nicht mitspielt, darf/sollte man ohne schlechtes Gewissen kürzer treten.

Was ist deine größte Herausforderung in den Bergen?

Je nach Wetterlage und Jahreszeit die optimale Kleidungskombination zu finden. Gerade wenn ich mit dem Rennrad unterwegs bin — also nicht viel mitnehmen kann — und größere Höhenunterschiede überwinde, ergo einen weiten Temperaturbereich abdecken muss. Mittlerweile habe ich einige Lieblingsstücke, die ich an solchen Tagen nicht missen möchte. Dazu zählen das Rapha Gilet, um kalten Wind abzublocken, ein Winter Collar bzw. Buff für den Hals und meine diversen Merino Baselayer.

Hast du dir für 2017 etwas Besonderes vorgenommen  – und wenn ja, was und warum?

Ich möchte wieder mehr zu Fuß unterwegs sein. Also werde ich mich im Mai für ein paar Tage verabschieden und den West Highland Way in Schottland gehen. Die Vorfreude ist schon jetzt riesig. Außerdem möchte ich über 300 km mit dem Rennrad zurücklegen. An einem Tag.

Hast du eine Lebensweisheit/Motto/Spruch, die dich immer begleitet?

Mir fällt ein Satz ein, den ich mir sowohl im Alltag als auch unterwegs immer wieder gerne ins Gedächtnis rufe: "Wer nie vom Weg abkommt, bleibt halt auf der Strecke."

Liebe Franzi, vielen 💙-Dank für's Teilen deiner wundervollen Fotos und Rennrad Tourentipps. Sie machen ganz viel Lust auf's Nachradeln! Viel Freude, Spaß und Abenteuer in den Bergen weiterhin. 

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